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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Rom, Rom, Rom V

28. Mai 2013 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Von einem der auszog:Europa

Mit H&J in Rom 2013 - 152Später steigen wir eine steile Gasse in Trastevere hoch, an den vielen Denkmälern vorbei auf den Gipfel, auf dem Garibaldi zu Pferd von der Vergangenheit erzählt und tagtäglich die Aussicht auf die Stadt genießt. Hier oben war die Schlacht um Rom gegen die Franzosen, die 1849 die junge Republik vertrieben, die erste Vereinigung Italiens nach Jahrhundertelanger Zersplitterung in Besitztümer europäischer Großmächte und päpstlicher Gewalt. Erst 20 Jahre später, 1870, schafften es die republiktreuen Patrioten das Land zu vereinen. Um es einem König zu übergeben! Na so was. Sie wollten doch eine Volksregierung. Garibaldi, der Held des Volksaufstandes, der alle Siege errang, zog sich auf eine Insel zurück. Dafür hatte er nicht gekämpft. Die wendigen Wechselpolitiker hatten ihn besiegt.

Letzte Nacht mit H&J vor dem WoMo gesessen bis nach Mitternacht. Wie schön, diese laue Luft, die zum Reden, Essen und Trinken animiert. Heute Morgen hatte ich den Salat und Kopfschmerzen. War es wert.

Sonntag, den 5. Mai 2013: 
Seit Monaten beschäftigt mich Michelangelo. Durch Zufall auf Irving Stone gestoßen, der ihn und seine Zeit wohl umfassend einfängt in seinem monumentalen Werk. Deshalb versuche ich, ihm, dem über-Künstler zu folgen in dieser Stadt. Seinen Statuen, Plätzen, Gemälden, Gebäuden. Und das Größte von allen? Keine Ahnung. Ist es die Peterskirche und seine Kuppel, der Platz auf dem Campidoglio, die Sixtinische Kapelle, der Moses? Hier überall hat er gehaust und geschuftet wie ein Berserker und seine unvergleichlichen Spuren hinterlassen.
Mit H&J in Rom 2013 - 169Moses gefällt mir. In der Kirche San Petro in Vincoli steht das Grabmal mit dieser eindrucksvollen Gestalt. Gelassen, kraftvoll, in sich ruhend, so lebendig, als könne er gleich aufstehen, bewacht er den Kopfteil des Mausoleums, das für den Rovere-Papst bestimmt war. Sein halbes Leben hat er an dem Projekt gearbeitet, über 40 Figuren sollten es werden. Ein Mammutwerk ohne Chance auf Verwirklichung. Hat er ihn, den Papst, deshalb oberhalb auf der Balustrade quer gelegt, süffisant lächelnd unter seiner Krone, den Kopf auf den Arm gestützt, das Bein angewinkelt? Würdevoll nenn ich was anderes. Stell ich mir vor, wie er ihn, den Papst, den Quälgeist, mit jedem Schlag aus dem Marmor haute und sich dabei vorstellte, es sei der Rovere wirklich. Bald hätte ihn diese Familie in den Karzer gebracht. Nur für sie sollte er arbeiten. Das Universalgenie.

Mit H&J in Rom 2013 - 168

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