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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Rom, Rom, Rom VI

30. Mai 2013 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Europa

Ein Mordsgewitter zieht des Nachts über uns hinweg. Im WoMo ist die Naturgewalt viel näher und unmittelbarer. Auch angstvoller.

Hunderte, ja vielleicht tausende dieser zumeist dunkelhäutigen Menschen aus Afrika und Asien belagern Straßenränder und Plätze mit ihren billigen Artikeln auf leicht zusammenlegbaren Gestellen und Tüchern. Oft kommt die Polizei, haben sie einen Warner? Blitzschnell verstauen sie ihre Waren und flüchten. Um nach einer gewissen Zeit wieder genau da zu stehen, wo sie waren. Oder anderswo. Wie viel verdienen sie mit ihren Sonnenbrillen, nachgemachten Designerhandtaschen, Tüchern, Spielsachen, Krimskram, der nur kurz hält? Gelesen habe ich, dass sie in erbärmlichen Behausungen zusammen leben, wenig ausgeben, alle Einkünfte teilen und das übrige Geld nach Hause schicken. Insgesamt, das muss man sich mal vorstellen, überweisen alle Emigranten mehr Geld nach Afrika als die Entwicklungshilfe der Industrieländer ausmacht.
Sie tun mir leid, diese Menschen. Es ist ein unwürdiges Leben zwischen Luxus, Armut und Abschiebedrohungen. Und doch zieht unser Reichtum immer weitere Menschen aus den ärmeren Ländern an. Wer kann es ihnen verdenken?
 
Mit H&J in Rom 2013 - 183Montag, den 6. Mai 2013 
Noch immer Rom. Und wie! Wir haben es geschafft. Waren im Vatikanischen Museum. Mit geschätzten 100 000 Menschen gleichzeitig. Wie solch eine Menschenmasse sich täglich (außer Sonntag) in ewig lange Schlangen vor und sich durch solch ein riesiges Gebäude im Gänsemarsch walzen kann ist nur positiv zu akzeptieren: Jung und alt, klein, groß, dünn, dick, reich, arm, hoch oder niedrig, egal, alle dürstet es nach vollendeter Kultur. Raffael_Stanza_della_Segnatura.jpgDürstet es nach Raffael und seiner Malereien in den ehemaligen Papstgemächern, den Stanzen. Vorneweg die „Athener Schule“ mit all ihren Philosophen. Hier ist die Renaissance der Malerei entstanden, ihre Rückbesinnung und Integration alter (griechischer) Werte, ihrer Lust am Körper (zumeist männlich, wenn weiblich dann oft mit Brüsten wie Implantate), ihr Abwenden von zu glaubendem kirchlichem Dogma und die Hinwendung zu Denken und Logik. Dürstet es nach Michelangelo Buonarotti und seiner Kunst. Die Decke der Sixtinischen Kapelle ist die höchste Vollendung der Malerei für mich (ach, sicherlich nicht nur für mich).

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