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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Rumänien: Bukovina - Karpaten

30. April 2014 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Donaudelta&Rum

Dichte Wälder, die Straße schlängelt sich den Berg hoch. Im Nordosten Rumäniens, hinten im Dreieck Ukraine - Republik Moldavien ist es einsam. Nur selten begegnet uns ein Fahrzeug. Ein Wolf steht hochbeinig in einer Lichtung, Rehe kreuzen, stehen, schauen wie wir. Wer ist verwunderter?

Bukovina-Panorama.jpg

 

Auf der Hochebene weite Sicht, schneebedeckte Berge ganz hinten, grüne Weiden, kleine Dörfer, einzelne Gehöfte. Zwischentäler führen abwärts, die Fahrt beschwerlich. Viele Häuser aus Holz mit schindelgedeckten Dächern, Türmchen obenauf. Vorbauten, Anbauten, Nebenbauten, Scheunen quer, Eingezäunt mit dicht stehenden, hohen Latten, die kaum Blicke auf das Innenleben der Anwesen zulassen. Erinnert mich an afrikanische Krale. Manchmal stehen mehrere Anwesen in einem Kral eng beisammen. In oder vor dem Hof Brunnen, Häuschen mit geschwungenen Dächern wie tibetanische Kopfbedeckungen. Viele Schnitzereien unter den Dachkanten. Große, mit Glas eingefasste Holzbalkone sind üppig grüne Wintergärten. Bänke vor den Anwesen. Sie werden genutzt am Abend und an Feiertagen. Da sitzen sie und schauen in Ruhe den vorbei Hastenden zu. Nicht alles muss wie neu aussehen, darf in Ruhe altern.
P1090793.jpg
Wieder geht es aufwärts über einen Pass, Schneereste am Rand. Könnte noch glatt sein. Mircea fährt flüssig und sicher. Liliana erzählt. Alles Mögliche. Wir haben keine Langweile. Erinnerung an Alpenlandschaften früher kommen auf.

Auffallend viele Kirchen überall. Was haben die während der Cheausescu Zeit gemacht? Über 40 rumänisch-orthodoxe Klöster und Kirchen allein im Dreieck vor der Ukraine und Moldavien. Viele dieser Kirchen sind durch detaillierte Wandmalereien außen und innen verschönert. Sie sollten dem des Lesens unkundigen Volk heilige Geschichten vermitteln. P1090819Manche zeichnen drastisch Höllenfeuer und piesackende Teufel, die nicht Gehorsamen strafend. Stefan der Große hatte gelobt, so die Überlieferung, für jeden Sieg ein Kloster zu stiften. Und er hat gesiegt! Über die Ungarn, die Polen und gegen die Türken. Jetzt liegt er begraben im schönsten, der als Königin der Moldauklöster bezeichneten Anlage in Putna. Das war 1504.

Dies war die Reise, die zu Dracula im Schloss Piatra Fantanelor führte. Dort, wo er mich fast erwischt hätte. Rumänien: Dracula griff nach mir

Bisher - außer in den ersten Tagen - nur Sonnenschein.







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