Gebrauchsanweisung
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Eigenartig, an dem Tag war ich mittags zu Hause, müde, abgespannt, musste ein wenig ausruhen, das kam selten vor. Mein Fenster zum Lichtschacht hatte Sicht auf den Nebeneingang, das kleine Zimmer für Dienstboten, als Fremdenzimmer genutzt von da kamen Schreie. Da sind zwei Männer, fremd, was machen sie, der eine schlägt auf etwas ein, Handwerker? M hatte nichts davon gesagt, raus, nachschauen, durch die Küche um die Ecke, da steht der Eine vor mir, hat eine Pistole in der Hand, sagt Polizei, Drogenfahndung, hol eure Ausweise, zurück, erleichtert, wir haben keine Drogen, das kann ich klären, die Ausweise, hier, er steckt die Pistole ein, im kleinen Zimmer liegt M auf dem Boden, blutet am Kopf, was ist mit ihr? Sie ist gefallen sagen sie, ich stürze hin, helfe ihr auf, Überfall stammelt sie, nein, Polizei sage ich, doch, Überfall, lauf weg, die bringen uns um! Ins Wohnzimmer befehlen sie, halb trage ich M, halb kann sie laufen. Wir sitzen betäubt auf dem Sofa, da zieht der Eine wieder seine Pistole aus dem Gürtel, großkalibrig, gefährlich, zielt auf mich, sagt, Überfall, Comando Vermelho, das rote Kommando, sich als Robin Hood ausgebende Verbrecher, die Reiche überfallen aber nichts an die Armen abgebend, M hat Recht, jetzt seh ich es ein, er hat mich geschlagen, sagt sie, sie kann nur schluchzen, auf, sagen sie, wenn wir nicht 10 000 Dollar kriegen bringen wir euch um. Aber so viel haben wir nicht im Haus, wir schauen nach, sagt er. Hoch, befehlen sie, der Andere zieht M hoch, hält ihr seine Pistole an den Kopf, komm, komm, zeig mir wo du deinen Schmuck, die Wertsachen hast, der Anführer macht dasselbe mit mir, stößt mich in mein Zimmer, drüben hör ich M reden, ich habe nichts, versuche es, zittere, die Pistole, doch, im kleinen Safe ist Geld, ein oder zwei tausend Dollar, Mark, harte Währung zum Wechseln, der Safe ist in einem Kleiderbügel versteckt, soll ich es rausrücken, die Pistole drückt härter, los, los! Warte, der Schlüssel, da ist Geld, ruft der seinem Kumpan gedämpft zu, hier Schmuck schreit der zurück. Er hat die Ohrringe und den Anhänger mit den Aquamarinen und den wertvollen Silberschmuck aus Ecuador gefunden, ein Geschenk zum Hochzeitstag, Scheiße, sSheiße, die Kreditkarten, die Kreditkarten! Die sind auch aufgeregt, das ist gefährlich, warum kann ich mich nicht wehren, tu es nicht, sagt eine Stimme, erst vor Tagen haben sie einen bei einem Raubüberfall in seiner Wohnung umgebracht, er hatte nach seiner Waffe gegriffen, beruhige, sagt eine Stimme, ich kann kaum noch, rede, stammele auf ihn ein, lasst uns, wir geben euch was ihr wollt, zurück, da ist M mit ihrem Kästchen voll mit Tand, ein paar wertvolle Stücke dazwischen, sie sortieren aus, sind Fachleute, wühlen Ramsch zur Seite, stecken ein was zu verkaufen ist in die unauffällige Bürotasche., Wo ist mehr, wir haben nicht mehr, das ist alles, auf den Boden legen, runter, die Pistole wieder am Kopf, jetzt bringen sie uns um, bringt ihr uns um, nein wenn ihr alles gebt, das war alles, sie suchen nach Stricken, reißen am Lautsprecherkabel, Telefonkabel, das löst sich, hat eine Verlängerung, sie zerren es ab, hinlegen, hinlegen, binden uns nebeneinander an Händen und Füßen, jetzt gehen wir nochmals durch und wenn wir noch was finden, bringen wir euch um. Was ist mit der Leica, M keucht, ich hab gesagt, das sei eine ganz alte Kamera, dafür würden sie nichts kriegen, hab ich mir vorher schon mal überlegt Wo hat M noch diese Kaltblütigkeit her sich zu wehren, zu riskieren, ich konnte es nicht, hab Angst, Angst, sie kommen gleich um die Ecke und dann ist es aus. Wir hören sie rumoren, wenn ihr euch rührt, schießen wir, eine halbe Stunde ruhig liegen befehlen sie, M´s Fesseln schneiden in die Handgelenke, sie stöhnt, meine Fesseln nicht so fest, ich kann sie lockern, krieg sie frei, da hören wir sie wieder, noch immer sind sie da, zurück die Hände unter den Körper, wir liegen still, still, Stille in der Wohnung, sind sie weg? Ich weiß es nicht, vielleicht warten sie nur, dass wir uns bewegen, nein, sie sind weg, glaube ich, zitternd mache ich M los, sie sieht schlimm aus, blutverklebt Gesicht und Haare, kaum wagen wir es, nachzuschauen. Da kommt Nery, die Haushaltshilfe, hätte eigentlich schon längst vom Einkauf zurück sein müssen, sie schreit, Senhora, Senhora, was ist, was ist, ein Überfall, Raub, jetzt schreit die auch noch. Was machen wir, was machen wir, die Polizei, die Polizei.
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