Artikel teilen! von Einem der auszog...(41) Am Amazonas 1997: Wir hatten unserer Reise durch den Norden Brasiliens wegen der Kalamitäten der Ausreise verschiebe ...
Andere Welten oder: vom Leben in Chile, Ecuador, Brasilien, Kolumbien, Tansania, Mosambik und immer wieder Deutschland
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Wir hatten unserer Reise durch den Norden Brasiliens wegen der Kalamitäten der Ausreise verschieben müssen. Das holten wir jetzt nach. Am Donnerstag, den 24. April sind wir abgeflogen von Bogota. Und am 25. um 7.40 Uhr in Rio angekommen. Von Freitag bis Dienstag dann Rio. Liebe Leute getroffen, alles zu schön. Jemand sagt, alles voller Stau, M sagt, es gibt keinen schöneren Stau als den auf der Av. Atlantica.
Dienstag 15.30 Uhr dann Flug nach Sao Luis. Mitternacht. 27 Grad, hat der Pilot gesagt. Wir kommen dem Äquator nahe ! Obwohl - in Rio war´s auch schön mollig. Egal, alles besser als im kühlen Bogotá. Jetzt sind’s schon wieder 10 Std., die wir unterwegs sind nur, um in den Norden von Brasilien zu kommen. Von Rio bis hier über 3000 km. Und dann 4 ½ Std. gewartet in Fortaleza.
Sao Luis ist eine französische Gründung aus der Zeit, als die Franzosen den Portugiesen ihre Kolonie abnehmen wollten. Hieß mal Saint Louis. Die Franzosen konnten sich nicht lange halten.
BELEM
Jetzt sind wir schon 4 Tage in Betlehem, Belem auf portugiesisch. Und Nazaret haben sie auch. Als Stadtteil mit einem Urwald - Palmengarten. Ganz angenehm, auf Wegen durch den Urwald zu laufen, die Krokodile hinter Gittern und nicht hinter der nächsten Wegbiegung. Ganz schön mächtige Tiere, diese Jacarés. 5 m lang war eins. Schnell sind sie, diese Biester, das traut man ihnen gar nicht zu. Wie der Blitz starten sie los wenn sie wollen und zack, hast du ein Bein weniger und er eins mehr. Eine besondere Attraktion war der Peixe-Boi - Fisch-Bulle, den es nur am Amazonas gibt. Einer Seekuh ähnlich ist seine Art 25 Mio. Jahre alt. Typische Vögel, Affen, Panther, Leoparden und ein Becken mit hunderten von jungen Schildkröten gaben einen guten Überblick der Artenvielfalt des Amazonas. Und im anderen Becken, da lagen die Eltern aufeinander. Der Vater war zu faul zum Laufen und die Mutter musste ihn tragen. Oder umgekehrt.
Im Straßenbild von Belem Indianer, sie fallen trotz westlicher Kleidung auf.
Belem liegt an der Baiá de Guajará, der Bucht am Amazonas-Delta. Der "Herr der Flüsse" ist der mit Abstand wasserreichste Fluss der Erde und
wahrscheinlich der längste (die Berechnungen schwanken). Seit 2001 ist es belegt, die Quelle des Amazonas liegt in Peru zwischen Cusco und Arequipa. 10
000 Flüsse münden in ihn, von den über 1000 größten sind allein 17 länger als der Rhein, 11 davon gehören zu den 20 wasserreichsten Flüssen der Erde. 100 Zuflüsse sind auf brasilianischer Seite
schiffbar und der Amazonas selbst ist von der Atlantikküste bis Manaus mit Ozeanschiffen befahrbar. In Brasilien ist der Fluss meist mehrere Kilometer breit, in Zeiten größter Wassermengen kann
er die angrenzenden Wälder auf eine Breite bis zu 100 Km überschwemmen. Das Mündungsdelta des Amazonas hat eine Breite von mehreren hundert Kilometern. Man glaubt, es sei das Meer, das andere
Ufer ist nicht sichtbar. Und mitten drin eine Insel größer als die Schweiz.
Montag, den 5.5., Belem
Tropenregen. Hitze und Schwüle machen meinen Kopp verwirrt. Hängen rum. Für Mittwoch Schiff nach Manaus gebucht. Offene Decks mit Hängematten. Sind nicht ungefährlich, sagt man uns. M hat die Leica dabei. Haben Kabine gebucht.
Heute am Hafen und bei den Markthallen fotografiert. Plötzlich hatten wir gut bewaffnete Begleitung. Ein Polizist blieb neben uns.
Dienstag, den 6.5.
Das Boot von Bill Gates ankert im Hafen. Nun ja Boot. Eine blendend weiße Yacht so groß wie ein Flussdampfer, nur viel schöner mit sehr viel Elektronik an Deck. Soll 20 Mio. Dollar gekostet haben. Gates haben wir nicht gesehen.