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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Von FDP, Horrorfilmen, Gutem und Bösen

21. Juni 2012 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Meine Welten heute

Donnerstag, den 21. Juni 2012, 12:30. 20 Grad, das Tal mit grauen Wolken bedeckt, schwül. Rio bedeckt 22 Grad, Dar es Salaam bedeckt 24 Grad.

Die Tage von einem Satiriker gehört: Die FDP ist wie der Blinddarm. Der war auch mal für was gut, aber niemand weiß mehr, wozu. Am besten, man lässt ihn entfernen, wenn er sich meldet.
Meine Partei, die SPD, bewegt sich ebenfalls in diese Richtung. Unsäglich, diese geballte, geradewegs am Ziel und den Leuten vorbei argumentierende Ignoranz der staatstragend die Stirn in Falten legenden Führungsriege.

Warum lieben viele Menschen Horrorfilme? Kann mich erinnern, es war in Ecuador, die Jungens lebten mit uns zusammen und im Kino gab es einen Reißer, in dem Menschen mit Kettensägen zerschnippelt wurden. Und sie liebten den Film! Mutti, Reinhold, ihr müsst mit. Und wir gingen mit und raus, fluchtartig. Das war eins zu viel, die Frau in der Dusche, der Vorhang blähte sich und der Unhold davor ließ süffisant lächelnd sein Säge anspringen. Das war nichts für unsere schwachen Nerven. Die Frage hat uns lange beschäftigt, ob die Jungens nun pervers sind. Bis uns ein Fachmann gesagt hat, sie reagieren Aggressionen ab.

Eine erweiterte Dimension des Zugangs zu diesem Phänomen habe ich kürzlich erfahren. Nicht jeder handelt böse, sagt Kant, aber verwurzelt ist das „radikale Böse“ auch in den guten Menschen. „Schlechte Menschen tun, wovon gute Menschen träumen“ hat ein anderer Gescheiter gesagt (weiß nicht mehr, wo gelesen). Das bedeutet, wir sind bipolar, tragen beide Pole in uns, unterschiedlich stark wirkend, Gott sei Dank zumeist schlummernd. Das erklärt, warum Menschen in Kriegen und außerordentlichen Drucksituationen schnell zu Unmenschen werden können. Es bedeutet gleichzeitig, dass sozial gesetzte Regeln tendenziell gewalttätigeren Menschen Grenzen setzen können. Und es bedeutet, dass Menschen sich entscheiden können, ob sie dem Guten oder Bösen in sich Vorrang geben. Der Triebabbau durch Horrorfilme ist für manche Leute eine Möglichkeit.  

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Liv 06/27/2012 10:12


Ohne Böse gibt es kein Gut, wie auch unten ohne oben nicht erfassbar waere. Die Existenz von Gegensätzen beseitigt Selbstverständlichkeit und laesst uns urteilen. Ohne Bipolarität wäre die Welt
leer.

Katharina vom Tanneneck 06/22/2012 23:55


Als junges Mädel habe ich auch gerne Horrorfilme gesehen. Heute schaue ich mir so etwas nicht mehr an. Na ja, füher waren die Horrorfilme auch nicht so schlimm. Heute ist mir das zu
unrealistisch. Da schimpfe ich lieber auf die bösen Politiker und dann kann ich auch wieder friedlich weiterleben.  Irgendwie muß man sich ja abreagieren! 


Schönes Wochenende und liebe Grüße!


Katharina

R.Einloft 06/24/2012 11:29



Na, dann hast du ja genügend Aggressionsabbau! Egal wie, das Zeug muss weg.
Mir gefällt meine Lesart, da darf man ruhig mal Böse Gedanken zulassen und ist nicht gleich ein böser Mensch.


Einen schönen Sonntag wünsche ich dir,


Grüße aus dem bewölkten Tal, RE



Joachim 06/21/2012 17:57


Siehst Du! Jetzt begreife ich, weshalb ich mir manchmal auch einen Horrorfilm anschaue. Wahrscheinlich muss ich erschauern, um danach wieder zu wissen, wie angenehm es doch ist, friedfertig zu
sein. Eine interessante Argumentation von Dir. Vielen Dank!


Herzl Gruß


Joachim

R.Einloft 06/22/2012 12:46



Ist doch prima, nach der Lesart dürfen wir uns einige schmutige Gedanken erlauben, ohne rot zu werden. Ich habe das
Gefühl, an der Definition ist viel dran.


Grüße aus dem bewölkten, manchmal sonnigen Tal, RE