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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Was mir so auffällt: Wahlspektakel

3. September 2013 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Unsere Welten - unsere Probleme

Die TV-Debatte zwischen Merkel und Steinbrück haben wir uns nicht angetan. Nur die Nachlese nachgelesen. Die mir am besten gefallen hat: Jakob Augstein: „Steinbrück im TV-Duell - Er kann es“ (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jakob-augstein-ueber-steinbrueck-und-merkel-im-tv-duell-a-919827.html). Scheint mir auch so, der Mann ist gnadenlos von den Medien auf alle möglichen Fehler verfolgt worden. Er hat deren viele. Nur so viele auch wieder nicht. Was fehlte ist frei nach Kästner: Wo bleibt das Positive, Herr (und Frau) Dreschflegel.

Angeschaut dagegen haben wir uns den Schlagabtausch mit den 3en von der Tankstelle. Gysi, Trittin und Brüderle beharkten sich, dass es eine wahre Freude war. Für den, der Demokratie nicht als Schaf- und Schlafstall betrachtet. Klar, die TAZ deklassiert die Sendung als „Chaos Talk mit sehr unausgewogener Themengewichtung“. Freilich fehlten Themen, doch in dieser Stunde, die schnell vorbei ging, kamen wichtige Unterschiede auf den Tisch und Gefühle waren auch dabei (Trittin: Sie lügen Herr Brüderle). Besser stellt das nach meiner Sicht der Spiegel dar http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fdp-linke-und-gruene-streiten-sich-bei-tv-duell-drei-gewinner-a-919998.html

Es fing an mit dem Statement des BR-Chefredakteurs (der sich hervortat mit eigenen Meinungen und wenig fragte), Deutschland ginge es doch blendend, was denn die Opposition dagegen hätte. Und sogleich begannen Trittin und Gysi mit denen da unten zu argumentieren.

Ich hätte ihnen geraten, erst mal die Mehrheit da abzuholen, wo sie ist. Denn der geht es in der Tat gut bis blendend. Ökonomisch. Und ein solches Land leistet sich, 1/4 seiner Bürger am unteren Ende der Einkommensskala herumkrebsen zu lassen. Leistet sich, dass Menschen nicht von ihrer Arbeit leben können und Zuschuss vom Staat kriegen oder Mehrfachjobs nachgehen müssen („Innerhalb von nur zehn Jahren hat sich der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Zweitjob mehr als verdoppelt - mittlerweile hat bundesweit jeder Elfte einen Nebenjob“ (Spiegel online 12.8.2013)). Leistet sich, keinen Mindestlohn zu haben mit dem man gerade mal so über die Runden kommt (ich hörte, dass 21 Staaten in Europa ihn haben. ein prima Faktencheck zum Thema ist hier zu finden: http://2minuten.gruene.de/mindestlohn.html#/). Leistet sich, dass immer mehr Menschen in die Altersarmut absinken (und in Zukunft wird diese Zahl zunehmen, denn wer heute nur gering verdient, kriegt kaum Rente). Und leistet sich, dass die Armen immer ärmer werden und die Reichen immer reicher.

Was mit noch besonders aufgefallen ist, waren die unterschiedlichen Argumente zu den Problemstaaten im Süden, besonders Griechenland. Brüderle, der große Freiheitskämpe für Hoteliers u.a. (wir sind die Partei der Freiheit) bestand darauf, diese Länder müssten sparen, sparen, sparen. Aber klar müssen die sparen, aber klar sind da Fehlentwicklungen gelaufen, aber klar sind da die Reichen mit Staatshilfe immer reicher geworden, aber klar, gabs Ämterpatronage noch und nöcher, der die Staatsausgaben aufblähte, aber klar, gabs Korruption, dass sich die Balken biegen, aber klar haben sie über ihre Verhältnisse im Ausland eingekauft. Besonders in Deutschland (und unsere Banken haben fleißig an den Krediten verdient). Das muss sich ändern. Doch gleichzeitig ist richtig, dass mit dem jetzigen Kurs diese Länder kaputt gespart werden. Wie soll denn eine Wirtschaft wieder auf die Beine kommen, wenn die Investitionen fehlen? Irgend wann mal wirds schon, sagt Brüderle.

Gisy hatte den Finger drauf. Zuerst einmal die Reichen zur Kasse bitten, denn die bunkern ihr Geld im Ausland (gibt eine einfache Methode, sagt er. Wie in den USA die Steuerpflicht an die Staatsbürgerschaft binden. Auch für Deutschland ein bedenkenswerter Vorschlag). Dann brauchen sie ein Katasteramt. Denn Liegenschaften, Grundeigentum wird in Griechenland kaum gerecht bewertet. Und dann brauchen sie Investitionshilfen zuförderst für Schlüsselindustrien. Aber ja doch. Das ist Keynes. Antizyklische Konjunkturpolitik. Hat geholfen von den USA in den 30er Jahren (New Deal unter Roosevelt) bis zum Stabilitätsgesetz der Bundesrepublik aus den 70er Jahren (Krux war immer, dass nach Keynes der Staat in der Krise investieren und beim Boom sparen muss. Letzteres wurde gerne vergessen).

Es gab noch weitere wichtige Themen. Strompreise zum Beispiel. Brüderle & Co stellen kräftig alle möglichen Unternehmen von der Ökoumlage frei und subventionieren sie (sogar Golfplätze sind darunter). Bezahlen muss das der normalen Verbraucher über den sich weiter erhöhenden Strompreis (ich hab darüber geschrieben hier: Was mir so auffällt: Die schwarz-gelbe Bundesregierung macht Wirtschafts- und Klientelförderung auf dem Rücken der Verbraucher ). 

Mir reichts. Für heute.

Die da dran sind an der Regierung müssen weg. Dringend! 

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Archi 09/06/2013 14:06


Hallo RE


Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Ich habe auch noch ein Leben zum Blog ^^


Eine Diskussion wäre keine, wenn man der gleichen Meinung ist, darum danke für dein Verständnis zu meinem Kommentar.


lg Uli

Archi 09/03/2013 20:02


Guten Abend RE

Ich glaube, dass A.H. oder war es A.M. nicht viel gegen Schäuble unternehmen kann.
Der ist so verbiestet und gemein, dass ich mich frage, was der wirkliche Grund für das Attentat auf ihn war.
Sein Gegrinse finde ich besonders hämisch, seine Absprachen, ohne die Kanzlerin zu fragen (?), bezeichne ich als abartig.
Man kann Kulturen nicht mit Geld retten. Man kann auch nicht innerhalb kurzen Monaten dafür sorgen, dass sie alles aufgeben, was sie ein Leben lang getan haben.
Deutschland verdient nicht. Es verdienen die Politiker.
Das Land mit der armen Bevölkerung wird nur als Schutzschild vorgehalten.

Das Resultat ist, dass die deutschen Menschen wieder gehasst werden.

Täglich wird man am Krieg von mehr als 50 Jahren erinnert -
und-
Ich kann die anderen Staaten verstehen.

Die Einheitswährung macht alle noch ärmer.

Raus aus dem Euro-Mist, wäre die einzige Möglichkeit.

Leider würde das wenige Geld, dann nochmals geteilt ohne die Löhne zu erheben.

Gleichschaltung, bis zur Armutsuntergrenze, damit die Polituren weiter ihre Feier mit Hummer, Kavier und Sklavenblut feiern können.
Wir sind dabei mit großen Schritten zurück zum Mittelalter zu schreiten.

Wenn du Zeit haben solltest, lies mal bitte hier die Vergleiche.

Link


lg Uli

R.Einloft 09/06/2013 13:44



Tschuldige, Archi, dass ich jetzt erst antworte. War die ganze Zeit nicht im Blog.


Danke für Deine ausführliche Stellungnahme. Ich kann da nicht im Einzelnen mitreden, denn von den von Dir angeführten Gedankengänge habe ich keinerlei Ahnung. Ich tick da anders, aber das hast Du
ja schon an meinen Artikeln gesehen. Keinesfalls solltest Du aufhören, so zu denken, wie Du denkst und auch hier bei mir ist Platz für diese Gedanken. Nur sind sie - wie schon gesagt - weit
entfernet von mir.


Beste Grüße und ein schönes Wochenende


RE