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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Caminho Portugues X

15. September 2017 , Geschrieben von REinloft

Caminho Portugues X
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Freitag, den 15. September 2017 Mos-Redondela

7:00, stockdunkel, die Pilger wachen auf. Wasserleitungen rauschen, Türen schlagen, Leute husten, Schritte. Das letzte Hochbett in dem Saal mit 20 Leuten wollte ich nicht, hab mir eine der beiden, auf dem Bode liegenden Matratzen in einem fast leeren Raum ausgesucht. Meine ist in blauem Plastik eingeschlagen und wird mit einem Bettbezug aus leicht reissender Gaze, die man beim Bezahlen bekommt, bedeckt. Darüber der Schlafsack und voil’a, das Bett ist fertig. Hab gut geschlafen. Jetzt muss ich mich beeilen, es wird 8:00 und hell und ich muss meine Plastiktüten wieder packen.



Steil bergan. Es ist noch immer die alte römische Straße. Vor einem Jahr sind hier Hanne & Jörg lang marschiert und vor 1900 Jahren römische Kohorten. Ich gehe eine zeitlang mit silberhaarigen schwedischen Larys. Schon gestern mehrmals getroffen. Sie sind sehr nett. Die eine läuft flott und vor, und wartet nach einigen Kilometern auf ihre Freundin. Herrlicher Morgen mit Sonnenschein.

Römische Meilensteine am Weg, und moderne. Unter 90 km bis Santiago. Die linke Verse zieht, die darf auch mal. Dafür gibt der Nerv Ruhe. Kaum gesagt fängt der an. Ich sag Nix mehr. Jetzt geht's Berg ab Richtung Redondela.



Die Wanderuniformen sind nicht kleidsam. Fast alle haben sie an. Ich auch -mit Strohhut. Mein Alleinstellungsmerkmal. Und das Halstuch vom Karneval in Santa Cruz. Ich nehme an, die alten Pilger gingen in normalen Kleidern. Pilgern ist ein Geschäft. Für Ausstatter, Transportunternehmen, Hoteliers, Restaurants, Hochbettenbauer, Maurer u.a. Und für die Kirche

(Wenn außer dem offiziellen Termin am Sonntag jemand das riesen Weihrauchfass in Santiago geschwenkt haben will, kostet das 300 $. Kleinvieh macht auch Mist: Pilgerpass kostet zwei Euro.

Rechnen wir 1 € nach Abzug Unkosten, sind das bei 270 000 Pilgern, die letztes Jahr in Santiago ankamen, ein erkleckliches Sümmchen. Und das ohne diejenigen, die sonstwo mit dem Pass pilgerten)



Überall Wein, Cola, Obst, und haufenweise rote Paprikaschoten, alles auf kleinen Feldern.

Ich bin kein Rucksackmensch, aber mit der Zeit kenne ich mich in meinem aus. (Es ist der, der mit meiner Schwester schon mal diesen Weg gegangen ist).



Heute tut mir alles weh. Noch 4 Km zu Herberge. Später Termin bei der Physiotherapeutin.

O Refuxio de la Jerezana (Refugium der Frau aus Jerez),von einem der Experten empfohlen), 4 Km nördlich von Redondela. Morgen gehts über 2 Bergkuppen nach Pontevedra.

War nix mit Massage, kam kein Bus. Geht schon wieder. Wenn ich so rum liege (z. Z. Im Herbergsgarten). Rechts ein Bier, vor mir spanische Berge und ansonsten Tralala. Das Essen heute Abend wird geliefert. Chorizo in Salsa de Cerveza samt vor und Nachspeise 9,90€. Und 1 Getränk !

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