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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Camino Portugues XIV

19. September 2017 , Geschrieben von REinloft

Camino Portugues XIV

Dienstag, den 19. September 2017. Padron – Theo

Heute noch nicht Santiago, es sind noch 24 km. Morgen will ich frisch und munter zur Mittags- Messe ankommen.



Padron: berühmt wegen seiner gleichnamigen gegrillten grünen Paprika und wegen des Steines der in der Kirche steht. Der katholischen Geschichtsschreibung nach soll Johannes (einer der Jünger Jesu) hier gepredigt haben, nach Jerusalem zurückgesegelt, dort geköpft und auf einem Stein übers Meer in Patron gelandet sein. Den Stein hat man noch, den Kopf nicht mehr.



El Patron ist in Südamerika auf dem Land der Arbeitgeber, der Haciendeiro. Ich dachte immer, die grünen Paprika kommen von der Farm des Patron und heißen deshalb so. Nein, ihr Name kommt von dieser Stadt. Und wie ich zu meiner Schande feststelle, wird die Stadt mit d geschrieben.


Betrübt, wolkig, der Camino verabschiedet sich. Ein junger Mann vor mir schwingt das linke Bein aus, humpelt. Er hat es sich gestern verletzt, sagt er. Und dann grinst er und sagt See you in Santiago. Ein großes Plakat am Straßenrand: El amor no existe, se hace. Ganz meiner Meinung. Liebe muss immer wieder neu erarbeitet werden. Ach du Scheiße, hinter mir Dutzende von Pilgern in der schmalen Gasse. Die letzte Stadt vor Santiago hat ihre Tore geöffnet und den ganzen Haufen auf die Reise geschickt. Die beiden spanischen Pilgerdamen gehen gemütlich wie beim Sonntagsspaziergang. Ich frage sie, was die Kalebasse am Pilgerstock bedeutet. Es ist, wie die Muschel, ein Symbol des Weges nach Santiago.


Und ich dachte, es geht in den Wald. Dabei donnern Autos vorbei, Sägen schrillen, Bagger baggern, nicht schön.


Christoph schreibt, ich soll die Nadel zum Durchstechen der Blasen mit einem Feuerzeug desinfizieren. Alkohol sei zu schwach, den trinke Mann besser. Mache ich. Jetzt geht es wieder in die Berge und die Ruhe.



Zur Philosophie des Camino: morgens weiß man ohne Zweifel, was am Tag zu tun ist. Und des Abends spürt man eindeutig, was man den ganzen Tag gemacht hat.



Man lernt so einiges. Den Rucksack mit einem Schwung über den Rücken schwenken und in ihn hinein schlüpfen wie in einen alten Handschuhen. Oder die Schuhe binden: bei meinen müssen die Schnürsenkel rechts anders festgezurrt werden als links.



Aufwärts geht es hinauf hinauf, unten flitzen die Autos. Mögen Sie. Jetzt bin ich doch vor lauter Diktieren falsch gelaufen! Mist.



14:00 liege. Unten in einem der Hochbetten mit 10 anderen Pilgern (drüben nochmals 10). Heute war ich bei den Ersten, die in der Herberge ankamen! Wollte unbedingt die letzte Nacht nochmals in einer einfachen Auberge übernachten. Kostet 6€. Morgen das Hotel ist teurer. Wesentlich.


10 Km sind’s noch.

Camino Portugues XIV
Camino Portugues XIV

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