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  • : Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte
  • Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte
  • : Geschichten, Abenteuer und Alltag aus verschiedenen Welten. Vom Leben in Deutschland, Chile, Ecuador, Rio de Janeiro, Kolumbien, Tansania, Mosambik und heute im Dorf. Plus Gedankenschnipsel & Bilder zu Allerlei.
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Urlaube&Radtouren

Tuesday, 31. march 2009 2 31 /03 /März /2009 19:04

von REinloft - veröffentlicht in: Urlaube&Radtouren
Der kleine Supermarkt um die Ecke hat ziemlich alles, was das Hausfrauenherz begehrt, nur keinen Platz. Folglich steht ein Teil der Waren auf dem Boden, nur schmale Trampelpfade freilassend, wie Schneisen im Gebüsch. Aneinander vorbei kommt man mit Gedränge, ständig steht man im Weg, ein Ausweichen ist nicht möglich. Wagen passen nicht, Plastikkörbe, am Eingang verteilt, tun es auch. Sie werden in Reihe vor die Kasse gestellt und peu a peu gefüllt. Der Raum summt von kräftigen Frauenstimmen im Maschinengewehr - Stakkato  des andalusischen Dialektes. Alle reden gleichzeitig, uns steigen einzelne Worte verständlich wie Blasen aus dem Gewirr. Es ist Markt. Zum Einkaufen, Treffen und Quatschen. Noch im Hinausgehen, sich weiter entfernend, werden die letzten Bemerkungen in die sich neu formierende Gruppe vor dem Kasse hineingerufen. Dann entfernen sich die Stimmen, andere Kommunikationszentren suchend.

Mojama de Atun, sagt Ildefonso ist so - und führt 3 Finger schmatzende an die Lippen. Eine delicia, eine regionale Besonderheit, sagt er, Thunfisch, an der Luft getrocknet, gepresst und meergesalzen. Komisch: sieht aus wie Schinken, schneidet sich wie Schinken und schmeckt wie Fisch.

In Tarifa waren wir heute, der untersten Spitze Europas. Seltsames Gefühl, auf der anderen Seite Afrika zu sehen, klar und deutlich. Schwer befestigt, dieser Zipfel, von Alters her bis heute, Monumente überall zu sehen. Sie könnten ja kommen. Sie werden kommen. Ungestraft bleiben die nicht, die alles anhäufen und nichts abgeben. Denke ich. 

Siesta ist heilig. Auf den riesigen Feldern stehen einsam die Traktoren herum und warten, dass es 4.00 Uhr wird. 

Männer sind hier, anders als in Italien und im Tierreich, graue Gänse, Frauen oft herausgeputzt. Sie werden stolz spazieren geführt. Nicht verschwiegen darf werden, wie lieb, langmütig und tolerant Männer mit Kindern umgehen. Eigenen und fremden. Spielen ist ausdrücklich gestattet.

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Sunday, 26. july 2009 7 26 /07 /Juli /2009 19:22

von REinloft - veröffentlicht in: Urlaube&Radtouren
Die Lahn runter von Friedensdorf aus. Dienstag bis hinter Marburg, am Weimaer See, prächtig ausgeruht und gesonnt, Mittwoch über Gießen, Wetzlar bis Solms und am Donnerstag bis Weilburg, von dort mit dem Zug zurück. Nass geworden, getrocknet, vom Wind zerzaust, von der Sonne gerötet. Schön wars. Manchmal, scheint mir, muss man nicht weit fahren um anzukommen.

Außen gut, innen taten Hintern und Beine weh nach einiger Zeit. Ein Mal hab ich zu lange nichts getrunken, war dehydriert, sah Kreise, hab ne Flasche Mineralwasser, die M mir geholt hat, wie ein nasser Schwamm aufgesogen.

Das Hotel in Niederweimar eine Ansammlung von Plüsch und Plunder. Wo man hintrat und hinsah, Abscheulichkeiten aus allen Kontinenten. Vor unserer Tür eine präparierte Kobra, die gerade dabei war, einem Mungo von oben herab ihr Gift zu einzustechen. Lebensgroß.

Es gibt mehr Schrebergärten als ich gedacht hatte. Überall Schrebergärten. Sie sind, ist mir eingefallen, die Bonsai-Version der Deutschen.

Immer wieder meine freudschen Verleser. Ein Beispiel: Übungsplatz Deutsche Schäferstunde. Na, wär doch mal was.

Die Hessin zu mir: Ei Kelle, do ihr Teeschett is hinne noff ganz dreggisch. Ja, ich weiss, ein Streifen vom Po bis Hals. Der Fahrrad-Schnittigkeit wegen ist mein Schutzblech etwas kurz. Dann spritzt es halt hinne noff.

Einen Radler getroffen, der war von Paris nach Hamburg unterwegs. Den hab ich lieber nicht nach seinem Hintern gefragt.

In Solms einen Berg hinauf wie ein Dach zum Hotel. Und dann steht da, wir lieben Roland Koch. Wir nicht. Mussten uns ein anderes suchen.

Manchmal hats schon recht gegossen. Interessant, wie schnell man trocken wird hinterher. Quasi von innen heraus.

Meine Güte, fährt der Zug schnell wenn man vorher die selbe Strecke mit dem Rad gefahren ist. Der rast da durch....

Die schlimmste Strecke die Heimfahrt vom Bahnhof Friedensdorf nach hier, von Dautphe die Alte Kirche rauf. Das ist normal schon steil. Wir aber hatten sturmähnliche Böen. Von vorne natürlich. Warum kommen die nie von hinten?

Zu Hause ist es auch schön. Besonders, wenn man so lieb von seinen Lieben empfangen wird.
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Monday, 28. september 2009 1 28 /09 /Sept. /2009 14:22

von R.Einloft - veröffentlicht in: Urlaube&Radtouren

Italien haben wir mit dem Rad erlebt. Intensiv. Noch heute tut mir der Hintern weh, wenn ich daran denke. Es waren schöne und schlimme Touren dabei. M sagt, sie hätte sich manches Mal verflucht und liebend gerne mit einem Strandurlaub getauscht, ich war, sagen meine spärlichen Notizen, oft fix und alle. Und doch hat es mich fasziniert, dieses Land. Auf der ersten Tour 1981, am Anfang unserer Beziehung, hatte M mich eine Woche lang mitgenommen durch die Toskana per Rad und klitzekleinem Zelt. Die Fahrt hatte mein Interesse geweckt, fünf Jahre in Ecuador waren dazwischen gekommen, da konnten wir nicht in ihr liebstes Urlaubsland, das wollten wir nachholen, jetzt mit leichtem Gepäck und Übernachtungen am Wegesrand in Hotels, Albergos, was auch immer. Die erste Fahrt ging 1988 von Florenz nach Rom, die zweite 1989 vom Gardasee nach Rom. Das waren über 1000 km, die erst im Nachhinein ihren Reiz erhielten. M liebte Rom, kannte es, hatte kurzzeitig in dieser geschichtsträchtigen Stadt bei ihrem italienischen Freund gewohnt, die Toskana schon früher bereist, konnte die Sprache, kannte sich mit den Sitten aus, brachte mir bei, dass das Gedeck im Restaurant extra kostet - nicht nur für die Touristen um sie auszunehmen - und dass man sich im Café nur hinsetzen darf zu einem Preisaufschlag um 150%. Das hab ich nur 1x gemacht und für einen Espresso 5 DM bezahlt. Wahrscheinlich stehen die Italiener deshalb da rum

Blitzlichter sind geblieben, nicht unbedingt zeitlich geordnet, herausragend aus dem Alltäglichen, das schon interessant genug war. Alltäglich die unterschiedlichen Kulturlandschaften, auch die Silhouette der Toskana mit den von Pinien bestandenen Höhenrücken, zum Herrschaftshaus hinführend, ist gewollt, gemacht von Menschen, nachdem das Land abgeholzt war. Alltäglich die kleinen, verwinkelten Orte mit den Häusern aus Bruchsteinen, alltäglich die Freundlichkeit der Italienern Fahrradfahrern gegenüber. Sie lieben Fahrrad fahren, am Wochenende sind ganze Pulks von Hobbyfahrern unterwegs vom Opa bis Kleinkind auf schmucken Rennrädern, immer wie Rennfahrer gekleidet. Alltäglich auch die Geschichtsbegegnung, hier ein Bauwerk der Römer, dort eine Straße 2000 Jahre alt, Geschlechtertürme, gebaut, um sich vor Nachbarn und Familie einzubunkern, Märchenvillen in Phantasiegärten, in Stein gehauene Kunst, fast an jeder Ecke Geschichte. Die Germanen saßen noch unter den Bäumen im Regen, da hatten die Römer schon Wasserklosett und Fußbodenheizung. Heute haben sie Berlusconi. Alltäglich auch unser Ritual, abends 3 Gänge zu essen wie die Italiener und den Wein der Region zu trinken. Konnten wir uns doch leisten bei der Anstrengung. Dachten wir.

Denk ich an die Poebene, dann weniger an das unabsehbare flache, fruchtbare Land mit den sorgsam bestellten Feldern, durchzogen von seinem Lebensspender, dem Po, ohne dessen Wasser die Felder verdorren würden, sondern mehr an einen brutalen Wind der von vorne kam, egal wohin man fuhr, der Wind blies einem immer ins Gesicht, machte die Fahrt eher zum Stand. Vor Wut wollte ich absteigen, das aber nutzte nichts, wir mussten weiter. Abends  dann der Ober, den M fragt, welchen Wein der Region er empfiehlt und da sagt der Lambrusco. Igitt nee, die Zeiten des prickelnd-süßen, kaum trinkbaren Gesöffs waren vorbei, wir lehnten dankend und unisono ab. Der aber ließ nicht locker, unser Lambrusco hat nichts mit dem Exportschlager zu tun, beharrte er, versuchen Sie. Eine schön geschwungene Flasche kam auf den Tisch, ihr Verschluss aus Korken und Draht ploppte vornehm beim Öffnen und heraus kam ein wundersamer, leicht prickelnder, fast trockener Wein mit einem Bouquet nach weiter, grüner Landschaft. Der Ober strahlte und wir tranken alles aus.

Ungeheuere Kunstschätze ist mein erster Eindruck von Italien. Kein Wunder, M hatte versucht, mir Florenz näher zu bringen. Die Stadt am Fluss Arno quillt über vor historischen Gebäuden und Schätzen da drin. All die himmelvielen Dichter, Maler, Künstler, Wissenschaftler die hier lebten, haben ihre Erzeugnisse hinterlassen, große Namen darunter, Boticelli, Michelangelo, Leonardo da Vinci, hier nahm die Renaissance ihren Ausgang, an jeder Ecke wurde künstlerisch gebaut und aus Stein geschlagen, reiche Leute wie die Medici haben  Architektur und Skulpturen in ihren Palästen neu erfinden lassen, und das ist noch lange nicht alles. Denn dann kriegt man noch heraus, dass Dante in Florenz die moderne italienische Sprache erfunden hat, Boccachio mit schlüpfrigen Geschichten Geschichte machte (hat er sie hier auch erlebt und wenn ja mit wem?), dass Machiavelli die Politik auf "wissenschaftliche" (sprich: rational-erfolgsorientierte) Basis stellte und Galileo mit seinen Schülern die Nächte verbrachte, den  Himmel studierte und die moderne experimentelle Naturwissenschaften gründete. Wenn man das alles in 1, 2 Tagen durchstreift, dann schwirrt der Kopf und verlangt nach Luft und Licht.

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Wednesday, 30. september 2009 3 30 /09 /Sept. /2009 16:09

von R.Einloft - veröffentlicht in: Urlaube&Radtouren

Heute zeige ich dir was Außergewöhnliches, hatte M versprochen. Was noch, so vieles war schon außergewöhnlich, angefangen bei den Frauen und Männern, den ansehbaren. OK. Gefiel mir, wie sie, modisch und elegant gekleidet, körperbewusst sich bewegten und immer Zeit hatten für einen Schwatz. OK, ich gebs zu, die Frauen gefielen mir am besten. Gar nicht zu reden von den historischen Zeugnissen in einer wundersamen, sonnendurchfluteten Landschaft. Was noch? Wart´s ab. Wir waren in Siena, hatten ein Hotel gefunden und standen vor einer wuchtigen Stadtmauer, durchbrochen von Eingängen mit Tonnengewölben. Mach die Augen zu, sagte sie und führte mich, unsere Schritte hallten in dem langen Durchgang und dann sagte sie, mach die Augen auf.

Und da war er vor mir, dieser Platz der Plätze, halbrund, abfallend zum unteren Kreissegment, eingerahmt von großen, alten Herrschaftshäusern, herausragend ein imposantes, altes gotisches Gebäude am unteren Ende mit einem hohen, schlanken Turm, der Palazzo Publico, alles angelegt in einer bis dahin noch nie gesehenen Symmetrie, Ruhe und Schönheit ausstrahlend. Das fiel sogar mir auf. Wir haben lange in einem der Straßencafés gesessen und nur geschaut. Später habe ich gelesen, dass die Piazza del Campo mit seiner charakteristischen roten Backstein Pflasterung, von hellen Streifen aus Travertin segmentiert, schon im 14. Jahrhundert am Ort eines antiken Theaters angelegt wurde. Siena gilt als eine der schönsten Städte der Toskana und Italiens. Schon von jeher befand sich die Stadt in Rivalität mit Florenz in politischer, wirtschaftlicher oder künstlerischer Hinsicht. Während Florenz als Paradebeispiel einer Renaissance-Stadtner  vor allem durch die schiere Masse und Größe seiner Bauwerke und Kunstwerke beeindruckt, hat Siena den mittelalterlichen Charakter der italienischen Gotik erhalten. Die Universität Sienna, gegründet 1240, gehört zu den ältesten Universitäten Italiens und wird heute von etwa 20.000 Studenten besucht.  Das ist doch mal Geschichte pur.

Licht ist das andere Typische, denk ich an die Toskana. Schwirren und Flimmern über Hügeln und sanften Tälern, heiß werdend zu Mittag, Schatten fast verschwinden lassend. Weshalb ich das weiß? Weil wir regelmäßig nicht wie geplant früh losfuhren, sondern in der Mittagshitze schmorten, uns über leere Straßen quälten. Die Italiener waren verschwunden, sie machten Siesta. Eine Geschichte bleibt eingraviert, es war die Fahrt nach Volterra. Diesmal hatten wir es geschafft, waren früh los gekommen, fuhren durch das leere Pisa im sanften Licht der Frühsonne, folgten einem fruchtbaren Tal an Bächen entlang, flott ging es vorwärts, wenn auch leicht aufsteigend, nur 25 km Landstrasse bis zum Ziel. Weder Flüssigkeit noch Proviant hatten wir dabei, das Ziel war doch nahe. Und da sahen wir auch schon die Stadt oben auf dem Hügel thronend wie ein Hut auf einem Kopf, gut sichtbar über uns, nur noch eine Steigung hoch und dann noch eine, schien es, auch wenn es zum Schluss ziemlich steil aussah. Den Hügel rauf, au weia, den ging es wieder abwärts bis ganz unten ins Tal. Wieder die Serpentinen hoch, und wieder ging es runter um dann wie auf ein Hochplateau aufzusteigen. Die Sonne brannte mittlerweile gnadenlos auf den Felsen, ein Stück schafften wir noch zu fahren, mussten schieben, waren ausgedorrt, auf der Straße noch die Ermunterungen vom letzten Radrennen: avanti, forza, wir konnten kaum noch, die Stadt schien nicht näher zu kommen, wir aber mussten da hin. Endlich die Stadtmauer, das Tor, es war schon Nachmittag, alles menschenleer, kein Geschäft auf, da, eine Bar, wir torkeln rein, über der Bar ein schräger Spiegel, die Leiche da soll ich sein? Der Körper saugte die Flüssigkeit auf wie ein Schwamm, langsam kamen wir zur Besinnung. Jetzt eine Bleibe, ein kühles Bett, und dann Ruhe. M schaut auf, am obersten Balkon eine Anzeige: zu vermieten, 10 Min später hatten wir eine kleine Wohnung mit Balkon und Blick über die Stadt, einem gefüllten Kühlschrank und kühlenden Laken auf dem großen Bett. Halt, - da war doch noch was? Ach du grüne Neune, heute spielt Steffi in Wimbledon, morgen Boris und kein Fernseher im Zimmer. Kein Problem, sagte die Vermieterin, der Nachbar da drüben hat einen tragbaren, den leihe ich aus. Und dann liegen wir im Bett, haben Pizza vom Service, Wein dazu und schauen Tennis. Müde wie wir sind fallen uns die Augen zu, es geht nicht, wir müssen schlafen. Zwei Std. später machen wir den Fernseher an, da sagt der Reporter: es hat aufgehört zu regnen, nach zwei Std. Unterbrechung geht nun das Spiel weiter. Und dann gewann Steffi und Boris auch am Sonntag und unsere Welt war im Lot. Natürlich ist Volterra geschichtsträchtig, Etrusker lebten schon hier bevor Rom zur Weltmacht wurde, aber das allerbeste war Cinghiale, Wildschwein mit Oliven und Pasta.

Lernen, hatte ich schon gesagt, musste ich viel. Ein kleines Restaurant strahlte italienischen Charme aus, machte aber erst, wie die meisten, abends 8.00 Uhr auf. Zwischen 3.00 und 7.00 sollte man in Italien keinen Hunger kriegen, zumindest nicht auf Restaurantessen. So ab 5 Uhr machen langsam die Läden wieder auf, da gibt es leckere Tramezzini, Wurst, Käse, Oliven, Zwischenmahlzeiten halt. Wir waren Punkt 8.00 am Restaurant, die Oma saß davor, schälte Kartoffeln, kündigte uns mit schriller Stimme an. Der Besitzer, ihr Sohn, Kellner und Koch in Personalunion, wies uns mürrisch einen Tisch zu. Fünf davon mit gestärkten Tischdecken, Weinkaraffen drauf, standen in dem kleinen Raum mit einer Theke, dahinter offen die Küche. Irgendwann stellte er sich neben uns und rasselte gut klingende Sätze herunter - die Speisekarte kam mündlich. Auch M hatte lange nicht alles verstanden, ich bestellte das letzte, si, lo ultimo, war am einfachsten. Dann fing er an zu brutzeln, brodeln, anzurichten. Die Vorspeise kam, Pasta folgte, kleine Portionen, dann kam der warme Teller mit Fleisch vom weißen Angus-Rind, bedeckt von einer dünnen Zitronen-Olivenöl-Knoblauchsoße, knackige Bohnen, Brot dazu, das beste Fleisch, das ich jemals gegessen hatte (in Brasilien sollte ich noch besseres kennen lernen, das aber war später). Die Rechnung war auch ganz gut. Wir waren fertig, wollten gehen, da kamen die ersten italienischen Gäste. Unser frühes Erscheinen hatte den Ablauf und den Wirt gestört. Ich lernte: komm immer nach 8.00 und bestelle blind. Zumeist ist es sehr gut.

Manche Tage waren wirklich übel zu fahren. Man hatte uns gewarnt, der Pass ist über 1000 m hoch, 850 m zu steigen. Keiner aber hatte uns gesagt, dass er auch kalt ist. Die Straße ging in steilen Serpentinen hoch, wir mussten schieben. Manchmal konnte ich M unter mir sehen, manchmal verschwand sie im Nebel. Kurz vor dem Pass begann der Nieselregen, der uns 3 Tage begleiten sollte. Oben war es saukalt, wir tranken einen Grog in der Berghütte. Und dann die Abfahrt, 18 km bis Pontremoli, unwirklich die Landschaft im Nebel und Regen, schön auch, natürlich, nur dass uns eine eisige Böe erwischte, die meine Unterarme mit Eiskristallen überzog und weiß werden ließ. Stocksteif vor Frost suchten wir ein Hotel mit Badewanne, fanden eins, ließen heißes Wasser einlaufen und uns auftauen.

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Friday, 2. october 2009 5 02 /10 /Okt. /2009 14:01

von R.Einloft - veröffentlicht in: Urlaube&Radtouren

Tagebucheintrag: Es regnet. Auch gut. Es regnete Bindfäden. Von Gustalla bis Parma. Sonntags Totenruhe und dann noch Regen, trostlos. Mussten weiter, nirgends eine Herberge in den Dörfern, kein Mensch auf der Straße. Bis wir auf die Bundesstraße kamen, da waren sie, die Italiener auf dem Rückweg vom Sonntagsausflug. Links die Eisenbahn, rechts die Autobahn und wir mittendrin. Trostlos kommt selten allein. 

Ortsnamen, auf der Zunge zergehend wie Eis: Sarzana, Marinella, Carrara, Marina de Massa, Forte dei Marmi - M war trotz schlechtem Wetter gut drauf, ich hinterher. Es regnet und regnet, der Wetterbericht sagt, in ganz Italien. In Aulla, nach dem Capuccino, hat es aufgehört und in Sarzana sah man die Sonne am Meer. Am zugebauten. Auch nicht gerade unser Traum.

Von Forte dei Marmi gings wieder ins Landesinnere über Viareggio nach Lucca durch herrliche toskanische Landschaft, abseits gelegene Ortschaften, Pinienhaine, an Landgütern vorbei, fast unsichtbar hinter dicht stehenden Bäumen. Heiß war es. Männer im Schatten ruhend, im Café plaudernd, Straßenarbeiter am Wegesrand bei der Siesta, Hunde bellten uns an, eine alte Dame lud uns ein in ihren kühlen Garten mit Stühlen zum Vesper. Lucca mächtig und reich, Plaza auf dem ehemaligen römischen Zirkus, groß und ausgestorben, als wir am Nachmittag ankamen. Um 18.00 Menschengewimmel. Wo kamen die alle so plötzlich her?

Lernen wie man ein Hotelzimmer kriegt, obwohl alles besetzt ist: Nein, nix frei sagt der Portier, energisch den Kopf schüttelnd. Ich wende mich ab, will gehen nach dieser eindeutigen Aussage. Doch M bleibt stehen: schauen Sie, sagt sie, wir sind den ganzen Tag gefahren, wir sind müde, dann hat man uns Ihr Hotel empfohlen, ist denn da wirklich nichts zu machen. Sprachlos schaue ich sie an, wo hat sie denn das her, im vollen Hotel handeln? Der Mann zuckt mit den Schultern, schon weniger energisch, M legt nach, wir brauchen nur ein kleines Zimmer, egal wie. Der Mann schaut sie an, überlegt, vielleicht gefällt ihm ja blond, blauäugig mit Rennrad. Ohne Registrierung sagt er und geht voraus, den Gang hinunter, bleibt vor einem schmalen, hohen Spiegel stehen, es ist eine Tür, dahinter ein Zimmerchen, kaum zum Umdrehen, aber es reicht. Wo hast du denn das her, frage ich M verwundert. Ach, sagt sie, das hat mir mein italienischer Freund beigebracht. Die haben oft versteckte Zimmer, an der Steuer vorbei, verstehst du, sagt sie. Ich verstehe. Das nächste Mal ist es kein verstecktes Zimmer sondern eine kleine Wohnung von jemandem auf Reisen. Wir bekommen immer ein Zimmer.

Einmal sogar ein luxuriöses. Das kam so: spät am Nachmittag ein kleiner Ort oben auf einem Berg. Nein, im Dorf gibt es keine Herberge, sagte man uns, aber da hinten, auf dem Hügel, da ist ein Hotel. Und das nächste? 15 Km entfernt, es war spät zum weiter Fahren, wir wollten nichts riskieren, kamen auf einen Feldweg, fuhren den Kamm unter Pinien entlang. Das Herrschaftshaus am Ende war zugewachsen mit Kletterpflanzen, auf dem großen, schmucken Hof kam uns ein livrierter Portier entgegen, ja, es ist noch frei, darf ich Ihnen die Räder abnehmen? Er öffnete eine große Garage und da standen sie, die Edelkarossen, Maserati, Porsche, Mercedes, Jaguar, sogar ein Bentley war dabei. Unsere Räder fanden ihren Platz daneben, der Mann nahm die Fahrradtaschen auf, wir waren in einer versteckten Luxusherberge. Der Preis für eine Nacht war enorm, auch wenn er alles enthielt, viergängiges Abendessen, freie Getränke (soviel ich will? Soviel und was Sie wollen), Therme, Schwimmbad.  Das lag wie ein Vogelnest am Hügelabhang mit weitem Blick auf die Toskana und da wurde uns klar, wo wie waren: in einer Absteige für reiche Männer mit jungen Frauen und ältere Damen mit Gigolos. Daher die Luxuswagen. Da lagen wir nun im Wasser, wir Radfahrer, neben braun gebrannten, wunderschönen und weniger schönen aber reichen Menschen, kühlten ab vom heißen Tag, schauten auf die Toskana und beobachteten aus den Augenwinkeln das Treiben um uns. Viel passierte leider nicht, die taten ganz normal. Vor dem Essen ein Aperitif bitte, da hinten ist die Bar. Ein schöner Raum, alte, gediegene Möbel, ein riesiger Schrank über Eck, in der Mitte ein Sofa in S-Form. Wir warteten, keine Bedienung. M ging fragen, der Mann vom Service kam mit und öffnete den Eckschrank. Und dahinter war sie, die Bar mit allen erdenklichen Getränken, Kühlschrank, Mixer, Eis, Saft, alles da. Bitte bedienen Sie sich, was und wie viel Sie wollen. Schade, als Radfahrer sollte man sich am Abend nicht besaufen. Hier wär das gut gegangen. Fürstlich wurden wir bedient und umsorgt, fürstlich am nächsten Tag verabschiedet zu einem fürstlichen Preis. Das Abenteuer war es wert.

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Sunday, 4. october 2009 7 04 /10 /Okt. /2009 13:13

von R.Einloft - veröffentlicht in: Urlaube&Radtouren

Pisa hält was es verspricht, die Piazza del Duomo mit den Kirchen strahlt vor Schönheit in hellem Marmor und der Turm steht schräger in der Landschaft als ich dachte. Wir sitzen lange auf der Domtreppe und streiten über Emanzipation. Keine Ahnung warum.

Die Via Aurelia ist schlimm für Radfahrer. Scheint so, dass die ehemalige Fernverkehrsstraße der Römer nie verändert wurde. Gesäumt von dicht stehenden hohen Bäumen zwängen sich Autokarawanen durch die enge, mit Kopfstein gepflasterten Straße, am schlimmsten die Lastwagen, die mit hoher Geschwindigkeit versuchen, uns von der Straße zu schieben. Eine Todesstrecke. Zwei Pässe, nicht hoch doch ermüdend, schwarze Huren an Parkplätzen - begrüßenswert, den Rasern den Elan reduzieren - und dann doch noch ein Radweg vor Castillo de irgendwas. Um 16.00 kommen wir an, schon wieder über Mittag gefahren. 

In Serpentinen ging es hinab ins Tal, auf halber Höhe, zwischen Bäumen und Büschen, ein Haus mit einem Kaufladen. Heute machen wir Vesper, sagte M, ich kenne diese Läden, da gibt es schöne Dinge. Im kühlen, halbdunklen Raum hohe Gläser mit eingelegten Paprika, Artischocken, Tomaten, Oliven, Würste und Schinken hingen von der Decke, Käse im Regal, Brot, Wein, es war schön, appetitlich. M versorgte uns mit Köstlichkeiten, hier ein Stückchen, davon ein Schlückchen, von der Herrlichkeit aus diesem Gläschen und der Wonne von jenem Eckchen, dazu eine Stange Weißbrot, Wein und Wasser. Dann fuhren wir in das Tal, legten uns am Bach unter einen Baum, hatten eine köstliche Brotzeit, schliefen ein Stündchen und fuhren weiter. Den Berg hinan.

Orbetello-Tarquina-Lido, wir radeln durch Pinienwälder, abwechslungsreiche Landschaften auf Nebenstraßen, Paläste am Hang, manchmal tauchen Meer und Dünen rechterhand auf, der Zeltplatz, auf dem M ihren römischen Freund und Italien kennen lernte, von da an wieder Via Appia, jetzt modern, ausgebaut, zweispurig und ohne Laster. Langsam tauchen die ersten rasenden Römer auf, schnell zu identifizieren an ihrem, den normalen Italiener überbietenden rücksichtslosen Fahrverhalten. Die stören die Ruhe.

Und dann war Rom vor uns. Ein wilder werdendes Autogewühl kündete die große Stadt an, erinnerte an Lateinamerika, war mir bekannt, ich fuhr los, mitten in das Gewimmel hinein. Und dann waren wir auf der Tiberbrücke, rechts der Vatikan, schrie M von hinten, da vorne links ab durch das Tor, schrie M und da war er, der Platz des Volkes, die Piazza del Populo, oval, begrenzt vom Park der Villa Borghese, den beiden Kirchen, der Stadtmauer, den Verkehr wie eine Flussströmung um den Obelisken in der Mitte leitend. M zerdrückte ein paar Tränen, ich bin in Rom, sagte sie, das hier war seit der Antike der Platz, an dem der Besucher die Stadt betrat, wenn er von Norden über die Via Flamina kam. Nun sind wir da. Sie fand ein Hotel mit luxuriösem Zimmer, dunkler Marmor und Edelhölzer überall, billig, weil an weiteren Zimmern gebaut wurde, macht nichts, ich zeige dir die Stadt, sagte M, sind wir tagsüber sowieso nicht da. Ziehen wir uns um, machen uns schön wie die Römer auch. Dann kam sie, die Enttäuschung. Die eleganten Hosen, extra aufgehoben, waren zu eng! Wir hatten zugenommen auf der Fahrt. Das fanden wir ungerecht, hatten wir doch tagsüber nur spärlich gegessen, den Hunger für das 3 gängige Menü abends aufgehoben, machen die Italiener doch allemal, aber wir nehmen zu trotz quälendem Radfahren. Die schlechte Laune hielt Gott sei Dank nicht lange an, zu viel war zu bestaunen und zu lernen. Vergessen allerdings haben wir nie die 1000 km von Verona nach Rom, bei denen wir jeder 3 Kilo zunahmen.

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Thursday, 15. october 2009 4 15 /10 /Okt. /2009 17:52

von R.Einloft - veröffentlicht in: Urlaube&Radtouren
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Saturday, 17. october 2009 6 17 /10 /Okt. /2009 12:52

von R.Einloft - veröffentlicht in: Urlaube&Radtouren
Nun sind wir zurück von unserer Radtour Rom-Sizilien. Mittwoch noch in Palermo, Abends um 22.00 Uhr ab mit der Fähre, 20 Std bis Genua, da wars schon kälter, mit dem Bus durch die Schweiz, nochmals 10 Std, gestern Nacht um 4.00  am Freitag, Ankunft in Wört bei Launer auf dem Bushof. Schnee auf dem Auto, eine Kälte, ungewohnt, die ganzen Tage auf der Radtour waren es 23 bis 25 Grad und jetzt fast schon Weihnachten. Brrr. Der Empfang war nett, Frühstück gabs erst noch, dann war die Tour beendet.
Nein, wir sind nicht von Rom bis Sizilien durchgeradelt. Immer nur Filetstücke, feine Strecken mit Italien pur. Die Via Appia entlang, an Neapel vorbei, an der Amalfi-Küste vorbei, der kalabrischen ebenso und weiter, täglich zwischen 45 und 90 Km. 45 Km konnte viel sein weil über Pässe mit Steigungen bis 19 Grad, 90 flutschte nur so, weil Rückenwind und wenig Steigung. Zwischendrin hat uns der Bus transportiert. Von der Strecke aufgelesen, an die Strecke gebracht, ins Hotel gefahren, vom Hotel abgeholt, an ein neues schönes Teilstück transportiert. Mittags stand er irgendwo an schönen Aussichtsorten, dann hatte der Fahrer Bänke und Stühle aufgestellt, Suppe gekocht, Käse, Obst, Wurst, Nachtisch bereitgestellt.
Viel gabs zu sehen, oft nicht viel gesehen weil das Fahren gerade anstrengend und der Schweiß so troff. In den nächsten Tagen werden wir einige Eindrücke berichten. Von der Rentner Gang und dem Launer Team. Die haben das gut gemacht, Paul, der Besitzer des Unternehmens, ein hervorragender Sportler, der alle in Grund und Boden fuhr wenn er wollte, zumeist wollte er nicht, Max, der Lumpensammler, der immer hinten in der Schlange fuhr und die Mühseligen und Beladenen aufsammelte, ihnen gut zuredetet, Mut machte, in den Bus verfrachtetet wenn es sein musste, Reifen flickte, Ketten aufzog und nie die gute Laune verlor. Und dann noch Bernd, der Fahrer mit der Engelsgeduld und perfektem fahrerischen Können in schwierigsten Situationen, wenn der lange Pulmann-Bus mit dem Fahrrad-Anhänger dahinter mal wieder durch enge Gassen musste, in denen Autos in 2. und 3. Reihe geparkt waren. Ein gutes Team, unterstützt durch Edeltraud, Max Ehegattin, die mitgekommen war um ihren Mann mal zu sehen und überall half wenn Not an Mann und Frau war.
Jetzt friern wir wieder. Und müssen nicht mehr strampeln, auch gut.
Demnächst gehts weiter. Erste Bilder sind im neuen Album
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Wednesday, 21. october 2009 3 21 /10 /Okt. /2009 10:09

von R.Einloft - veröffentlicht in: Urlaube&Radtouren
Wir hatten sie im Internet gefunden,die Radtour von Rom nach Sizilien. Vom Gardasee nach Rom waren wir schon vor langen Jahren gefahren (Gardasee nach Rom IV) (Gardasee nach Rom III) (Gardasee-Rom Teil II) (Gardasee-Rom Teil I)das, so dachten wir,  könnte die Ergänzung sein, dachten wir. Blieben natürlich die Zweifel, schaffen wir das, die erste Tour war 20 Jahre her, noch immer war da die Erinnerung an gewaltige Anstrengungen. Auf den Bildern sahen die Leute ganz normal aus, auch in unserem Alter. Vor allem war angegeben, ein Bus fährt immer mit, wenn man nicht mehr kann oder will, íst damit die Weiterfahrt gesichert. Wir buchten.

Launer-Reisen sind in Wört angesiedelt und das liegt zwischen Nürnberg und Stuttgart irgendwo neben der Autobahn. 3 1/2 Std von Hommertshausen entfernt. Mit dem Auto, nicht mit dem Rad.

Und das war der Plan von Launer (http://www.launer-reisen.de/):

1. Tag: Anreise nach Bella Roma. Abendessen und Übernachtung.

2. Tag: Roma (Lido di Ostia) – Anzio - weiter mit dem Bus nach Sorrent.

3. Tag: Anzio – Terracina
4. Tag: Amalfi – Küste

5. Tag Tempel und Nationalpark Cilento

6. Tag: Catena Costiera

7. Tag: Sizilien wir kommen.

8. Tag: Palermo-Genua – eine kleine Kreuzfahrt durchs Mittelmeer.

IImpressionen RE:
(7.10.) Räder bei Launer in Wört abgegeben, im Hotel eingescheckt, früh um 4.00 Uhr aufgestanden. Das Team besteht aus Paul (Besitzer des Unternehmens und 1. Guide, rechts), Max (für alles zuständig, links) und Bernd (Fahrer)

(8.10.) 14 Std. Busfahrt nach Rom. Heiß in der Toscana. Verkehr wüst, Landschaft herrlich wie immer. Lange waren wir nicht hier, die Auslandsaufenthalte hatten den Urlaub auf Deutschland konzentriert. M hatte mir die Liebe zu dieser Gegend erweckt, sollte sie öfters pflegen, die Liebe. Der Guide weiß viel und redet mehr, befürchte, am Schluss können wir alle Schwäbisch statt Italienisch. Erster Augenschein: wir gehören zu den Fitten. Hoffentlich. Das Hotel in Rom liegt in der Flughafen-Einflugschneise, Gott sei Dank gibt es nur wenige Ausnahmen vom Flugverbot in der Nacht, relativ ruhig bleibt es, dafür verstopfen 2 Busse voller spanischer Schüler das Frühstücksbüffet. 12 Radler stoßen hier zu unserer 14er-Gruppe, sie haben schon die Tour vom Gardasee nach Rom mitgemacht, wollen gleich weiter mit uns nach Sizilien. Gut eingefahren sind die, scheint uns.

Tagebuch M
8.10. Wir sind in Rom. Mit unserer Reisegruppe fahren wir morgen los – mit den Fahrrädern nach Palermo/Sizilien. Als wir die Ankündigung im Internet lasen, waren wir beide Feuer und Flamme – mal wieder eine sportliche Herausforderung, und noch dazu in unserem Lieblingsland Italien, das wir schon so lange nicht mehr besucht hatten. Wir waren ein bisschen unsicher – würden wir das schaffen, die lange Strecke, die Steigungen? Wir haben zu Hause ab und zu trainiert und sind besser geworden, haben eine gute Kondition. Und als wir unsere Sportsfreunde sahen, die mit uns diese Tour machen würden, waren wir sicher: das schaffen wir locker. Die meisten sind in unserem Alter oder älter, ein paar Dicke sind auch dabei, einer erzählte uns gleich, dass ihn sein Arzt vor die Alternative gestellt hätte, entweder eine längere Radtour oder ins Sanatorium zum Abnehmen. Also die Radtour!
Heute Morgen sind wir um 4:30 Uhr in Wört bei Dinkelsbühl losgefahren und waren um 20:00 Uhr im Hotel am Stadtrand von Rom. Morgen geht’s los, über die Albaner Berge nach Castel Gandolfo, den Albaner See angucken und weiter nach Anzio, etwa 53 Kilometer. Das ist nicht so weit, aber es ist eine gewaltige Steigung drin. Ich freu mich drauf, das Wetter ist toll, alle sind gut gelaunt.



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Thursday, 22. october 2009 4 22 /10 /Okt. /2009 10:00

von R.Einloft - veröffentlicht in: Urlaube&Radtouren
Impressionen RE: 1. Rad-Tag (9.10.)
Der dicke Hamburger hat sein Rad ein Stück vom Müllwagen mitnehmen lassen, die Annäherung war einfach, wir sind alle mit Müllmänner-Sicherheitswesten ausgestattet zwengs Abschreckung der rasenden Römer. Ging aber auch steil die Direttissima hoch! und das gleich bei der ersten Etappe nach Castel Dingsda, dort wo der Papst seine Sommerresidenz hat. Er war nicht da, der Papst, segnete gerade woanders. War auch ohne ihn hübsch. Was heißt hier ohne ihn, er hing an jeder Ecke und blickte heilig.
Vorne hat sich ein Pulk gebildet mit zähen Rentnern samt Frauen, der verschwindet, eisern strampelnd, in der Ferne. Wir dahinter, aufgefächert, auseinander gezogen, eine Gruppe normal strampelnder, dann bricht die Schlussgruppe ab, Max, der Lumpensammler begleitet sie. Rasant die Abfahrt von Castel Gandolfo und dem Albaner See runter zur Küste, an der entlang, nach 30 Km wartet der Bus mit dem Mittagessen. Die Schlussgruppe kommt eine halbe Stunde später an, der dicke Hamburger als letzter. Er ist fix und fertig, droht aus den Latschen zu kippen, erholt sich nur langsaqm mit kleinen Schlückchen aus der Wasserflasche. Ob er weiter durchhält? Die letzte Strecke bis zum Hotel zumindest fährt er mit dem Bus, andere schließen sich an.

Tagebuch M
9.10. Da hab ich wohl gestern das Maul ziemlich voll genommen: es sind Leute dabei, die sind zehn Jahre älter als wir, einer sogar 78 Jahre alt, aber die sind dermaßen fitt, die radeln uns davon. Ich kam heute kaum mit, hielt mich immer in der Schlussgruppe. R. war sehr lieb, er bot mir seinen Windschatten an, aber den verlor ich nach 50 Metern wieder. Ich konnte nicht so schnell und bin am Schluss auch noch mitten auf einer Kreuzung gefallen, weil meine Bremse so stark bremst, und ich Angst habe, im Pulk zu fahren. Morgen fahren wir nach Napoli und ich hoffe, es läuft besser.

10.10. Heute hatte ich Glück: wir starteten kurz nach acht Uhr, da regnete und donnerte es schon. Zu Anfang lief es prima, ich kam gut mit und nass wurden ja alle. Dann hatte ich einen Platten und alle mussten im strömenden Regen warten, bis er repariert war. Unsere Begleiter sind ein eingespieltes Team und sie  machten das in Rekordzeit. Die Strecke war flach, die Straße war bestanden mit wunderbaren großen Pinien und wir fuhren nicht allzu schnell. Einmal hielt der Bus und der Fahrer bot uns an, einzusteigen, aber das wollte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Aber dann wurde der Himmel immer dunkler und es goss wie aus Kübeln. Wir hatten keinen trockenen Faden mehr am Leib, meine Windjacke ist wirklich nur eine Wind- und keine Regenjacke. Als der Bus dann 15 Kilometer weiter da stand, nahm ich das Angebot dankbar an. Einige von uns wollten noch weiter fahren aber nach einer endlosen Diskussion entschieden sich alle, im Bus mitzufahren. Als alle drin saßen, kam die Sonne heraus und strahlte, was das Zeug hielt. Wir machten unser Picknick bis halb drei mit deutschen Würstchen und französischem Rotwein. Von dort waren es noch zweieinhalb Stunden bis Neapel, wo wir jetzt frisch geduscht im Bett sitzen und das Fußballspiel Deutschland-Russland sehen. Und später gibt es wieder eins dieser köstlichen italienischen Abendessen, die du meinst, nach all dem Sport verdient zu haben.  Morgen kommt der schwierigste Tag -  die Amalfiküste von Sorrent nach Salerno mit vielen Steigungen und noch mehr Verkehr.

Impressionen RE: 2. Fahrtag (10.10.)
Schlusslichter heute bei strömendem Regen. Die langsamste Gruppe von gestern ist heute gar nicht angetreten, nun sind wir hinten. Und vorne saußt sie wieder davon, die Rentner Gang. So wie die fahren sehen wir alt aus. Langsam kommen wir dahinter, all da vorne sind eiserne Radfahrer, trainieren seit ewigen Zeiten regelmäßig, fahren wenn sie können kleine, größere und große Touren mit ihren eleganten Rädern, den Wunderwerken der Technik. Ich liebe Räder, komme auf meine Kosten, staune, was es alles gibt. Der große Bayer fährt ein Carbon-Rad, mit einem Finger anhebbar, kaum zu glauben, dass es diesen kräftigen Burschen aushält. Jo mai, sagt er, i fahr domit no Muinchen nei, zur Orbeit, sechzige Kilometer so. Unsere Räder sind klobig dagegen. Flotte Radler haben flotte Räder.
Wie aus Kübeln hat es geschüttet, schön warm war der Regen. Gedanken schießen durch den Kopf, lenken ab vom Gewitter. Die afrikanische Hure am Wegesrand dauert mich mit ihrem Schirm, sie sieht so traurig aus, tut mir leid, stell mir vor, sie auf Swaheli anzusprechen, ihr eine Freude machen. Wahrscheinlich würde sie mich für deppert halten. Ewig lange, schnurgerade Pinienalleen, rasende Römer dazwischen, manchmal war ihr Hupen ein Gruß an die verrückten Radler. Vorne hatte die Rentnergang wieder das Tempo angezogen, war in der Regenwand verschwunden, manchmal fühlte ich mich wohl, von der samtigen Nässe warm umschlungen, manchmal fühlte ich mich abgehängt, alleine. Anstrengend wurde es ab 40Km, da fing die Holperstraße an, weh zu tun.
Früh schon am Morgen schon der Ruf nach vorne, Reinhold, zurück, zurück. Die Nackenhaare sträupten sich, Erinnerung kam auf, wo ich zurück musste und sie fand unter der Steinwand, doch diesmal hatte M nur einen Platten. Gut und schnell arbeiteten wir Fachleute, ich durfte die Werkzeuge anreichen und den Reifen aufpumpen.
Nach 47 Km der Bus, eigentlich sollten es über 60 Km werden, doch die Verhältnisse, sie waren nicht so. Eher dürster-verregnet. Nach Neapel hat uns der Bus gebracht, da schien die Sonne wieder, der Vesuv war mit Nebel umwoben. Unser Hotel lag an seinem Fuß, da soll es billiger sein. Um 17 Uhr sitzen wir frisch geduscht im Bett und sehen Deutschland : Russland. Gutes Spiel!
Zufrieden mit der Tour? Ach, na ja, ein wenig mehr fahren wollte ich und nicht bei den Letzten sein.
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Friday, 23. october 2009 5 23 /10 /Okt. /2009 10:04

von R.Einloft - veröffentlicht in: Urlaube&Radtouren

Impressionen RE 11.10.

Amalfi-Küste, schon schön, sie sagen, eine der schönsten der Welt. Für uns: 50 Km rauf, runter, S-Kurven, Haarnadel, Busse hupend, rasende Römer überholen, auch da, wo es nicht geht aber dann doch geht, Regen, wieder alles nass, wieder alles getrocknet am Körper als später die Sonne herauskommt. Meine Bremsen sind schlecht bei Regen, muss langsam die steilen Strecken runter. Steil in die Felsen gehauen die Straße, tief hinab, manchmal senkrecht geht es zum Meer, Bucht an Bucht, Häuser, Dörfer wie Vogelnester an die Felsen geschmiegt und wenn die Sonne heraus kommt schimmert das Meer perlmutt bis Capri. Sie ist wild, romantisch bis kitschig, diese Küste, kein Wunder dass Liebesfilme hier gedreht wurden. Im offenen Auto mit wehendem Schal durch die Kurven, das hat was. Was? M erzählt, eine Schauspielerin hätte sich dabei mal stranguliert, beim wehenden Schal fahren.  Amalfi, die Stadt, voll gerammelt mit Touristen trotz Regen. Der Dom zwischen Felsen geklemmt, fast 100 Stufen rauf, mit Tür und Glockenturm aus Konstantinopel, eine Perle an romanisch-arabischer Bauart mit echten griechischen Säulen.




Die sehen wir dann noch massenweise in Paestum, der größten griechischen Tempelanlage außerhalb Griechenlands mit 3 riesigen Tempeln, sehr alt und einem römischen Stadtkern mit Stadion, das aber nur halb. Die andere Hälfte wurde beim Straßenbau zugeschüttet. Goethe war auch hier, hat sie gelobt, die Kultur. Unser Führer erklärt 2 Japanerinnen in ihrer Sprache die  Tempel, da schiebt der Bayer sein Gesicht dazwischen und erklärt todernst: oids Glump. Später ist er der Einzige, der sich den Führer kauft.

Im Bus. Max bietet Getränke an, will keiner mehr ein Bier? Ach kommt, zwische Lever und Milz basst immer noch e Bils.

Tagebuch M

11.10. Es war ein wunderbarer Tag. Als wir in Sorrentunsere Fahrräder ausluden, braute sich gerade wieder ein Wolkenguss zusammen und wir fuhren bergauf und bergab im strömenden Regen. Die Steigungen waren gut zu schaffen und hinter jeder Biegung tat sich ein neuer wild-romantischer Blick auf. Kleine und größere Orte, an die Steilküste geklebt, Pinien, Zypressen, Zitronen- und Olivenbäume dazwischen – ich konnte mir trotz der tief hängenden Regenwolken gut vorstellen, wie schön es bei blauem Himmel ist, wenn die bunten Häuser leuchten und das Meer funkelt und glitzert. Ich war zwar wieder eine der Letzten, aber ich fuhr meine Geschwindigkeit und fühlte mich so gut dabei, dass ich laut sang, wenn keiner in der Nähe war. Amalfi ist ein überlaufener Ort mit einem schönen Dom und ein paar netten Gässchen mit Unmengen von Souvenirläden. Als wir Espresso getrunken und den Dom angesehen hatten, kam die Sonne zum Vorschein. Die Weiterfahrt bis Salerno war angenehm und da die Anderen ständig anhielten um zu fotografieren, kam ich gut mit.

Ab Salerno fuhren wir mit dem Bus nach Paestum und sahen uns die beeindruckenden Tempelanlagen der Griechen an. Es war eine zauberhafte friedliche Stimmung auf dem Gelände: ein Brautpaar ließ sich vor einem Tempel in allerlei möglichen und unmöglichen Stellungen fotografieren, die golden strahlenden Tempel in der schräg stehenden Sonne und die dunkelgrüne Vegetation, erläutert von unserem Fremdenführer Daniele.

Spätabends: ich mit meinen verflixten Vorurteilen! Am Anfang dachte ich, alle seien unsportlich, bis sie mich bei der ersten Radtour eines Besseren belehrten. Dann dachte ich, sie seien mehr oder weniger einfach gestrickt, weil die meisten so stark schwäbeln, ein paar Andere sprechen Bayrisch. Aber immer, wenn ich mich länger mit jemandem unterhalte, ist er/sie interessant und nett. Das war gestern mit Dietlinde so, einer reiselustigen Witwe in meinem Alter und heute mit Eckhard, der sich bisher als „Alleinunterhalter“ präsentierte und Gisela, seiner Frau. Die beiden sind Anästhesistin und Apotheker, sind interessiert, fragen nach, haben differenzierte Ansichten und wissen viel. Er ist dieses Jahr schon 14 000 Kilometer gefahren, von Athen nach Schanghai. Es war ein schöner Abend.


Impressionen RE

Zuerst ist da eine amorphe Masse, 29 zusammengewürfelte Leute, langsam dann entfalten sich einzelne Charaktere zu den unterschiedlichsten Typen. Mann muss nur fragen.

Das hätte ich ihr nicht zugetraut, der pausbäckigen Dame mit afrikanischer Statur. Sie erzählt von ihren Radtouren durch Estland, Lettland, Litauen, um Irland herum, die Donau hinunter, zumeist allein. Radfahren, erzählt sie, ist ihr Lebensinhalt seit ihr Mann vor 18 Jahren verstorben ist. Da ist Erwin, fast 80, nach vorne geneigt kommt er daher, immer lachend, immer nett. Vor 6 Jahren hatte er einen Schlaganfall, danach, sagt er, bin ich immer vom Rad gefallen, ein Jahr lang. Eisern muss du dann trainieren, sagt er, um oben zu bleiben und lacht. Jetzt fährt er täglich wieder seine 20, 25 Km und ist fit wie ein Handschuh. Da ist Eckehard, Ecki genannt, nicht zu überhören mit seinen Kommentaren, Naturbursche der er ist, fährt er mit nacktem, braun gebranntem Oberkörper kraftvoll die steilsten Steigungen hoch, mit seinen 14 000 Km nach China an Trainingskilometern ungeschlagen. Zumeist bleibt er hinten bei seiner Frau, manchmal aber überkommt es ihn, dann zieht er los, den Berg hinan, allen davon.  Und dann war da der ältere Herr, schon etwas nach vorne gebeugt, Haltung eines lebenslangen Radlers, mit Stützstrumpf ausgestattet, Gehen war nicht mehr flott, aber sowie er auf seinem Rad saß, zog er davon, schnurgerade. Da war der andere ältere Herr, er trug ein Seeräubertuch, hinten verknotet auf dem Kopf, wild sah das aus und genau so fuhr er. Die Frauen ebenso, die älteren, damenhaft im Normalbetrieb, bunt in ihren Radlerbekleidungen und emsig im Fahren. Auch Karl und Ilse waren da mit ihren Rennrädern, er 69, sie ein wenig darunter. Trainingsgestählt sind ihre Beine, wie ein eingeschliffenes Uhrwerk können sie pfeilschnell im Windschatten hintereinander fahren, zumeist radeln sie im hinteren Teil der Karawane, immer vergnügt, immer hilfsbereit und sehr sympathisch. Wehe aber, wenn sie losgelassen! Dann zog das Tandem an allen vorbei und war Sieger.

Oder Max (r), Franke von zu Haus aus und 2. Guide. Er ist der Lumpensammler am Schluss der Karawane. Da tröstet er die Erschöpften (uns) und hilft bei Platten (auch uns). Er, der große Sportler, kam eines Abends nicht mehr den Weg zu seinem Haus hoch, musste mehrere Male am Herzen operiert werden, seine Managerkarriere war beendet. Nun radelt er wieder und hilft dem Launer. Ei glaar, sagt er.

Oder der Wichtigste - Paul: Organisator, Guide, Animateur, kennt die Strecke wie seine Westentasche, weiß immer noch bessere Alternativen. Er, der jedes Problem klein reden muss in dem wilden Haufen streckensüchtiger Individualisten, deren Kritiken aufspringen wie Geysire, erst klein, vor sich hin blubbernd, dann aufspringend, größer werdend wenn sie nicht erstickt  werden, der voraus fährt, zurück fährt, Erkundungen fährt, es allen Recht machen muss, er gesteht abends in stiller Stunde, fix und alle sei er. Glaub ich ihm aufs Wort. Reden kann er, jedes Problem, jede Anweisung von allen Seiten beleuchten gelingt ihm auf launig-lustige Art. Er erklärt alles aus allen möglichen Blickwinkeln, damit es auch jeder versteht. Von jedem hat er die Handy-Nummer, jeder hat die vom Team, alle sind mit detailliertem Kartenmaterial ausgestattet und trotzdem, sagt er, geht ab und an einer verloren. Dann muss er suchen gehen. 



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Saturday, 24. october 2009 6 24 /10 /Okt. /2009 11:12

von R.Einloft - veröffentlicht in: Urlaube&Radtouren
Impressionen RE 12.10.
Der dicke Hamburger fährt nicht mehr. 20 Km strampeln am ersten Tag haben ihm gereicht. Seitdem macht er mit seinen Freunden Partikulartouren. Gestern waren sie in Pompei, heute wollen sie nach Capri. Mit dem Tretboot, sagt er und lacht. 4 weniger von den Langsameren und wir sind der Arsch der Tour. Warum sind die nicht dabei geblieben, hätte unseren Status erhöht, unserer Radlerseele gut getan.

Tagebuch M 12.10.
Es gab zwei Alternativen – eine Tour von 70 Kilometern mit 1500 Höhenmetern und eine von 50 Kilometern mit 500 Höhenmetern. Wir haben die einfachere genommen und die Fahrt genossen. Es war auch anstrengend, aber wenn es wieder flach wurde oder bergab ging, waren wir gleich wieder erholt. Ich hätte nach unserer Mittagspause sogar noch Lust gehabt, weiter zu fahren, aber nicht mit unseren Cracks, die an allem vorbei rasen. Die Landschaft, die Dörfchen sind so schön, da ist es schade, wenn man nur im Windschatten des Vordermanns fährt und auf seine Reifen achten muss. Das Wetter war schön bis wir im Bus saßen, wir sind also heute nicht nass geworden.


Impressionen RE 12.10 abends
4. Tag, weiter wilde Küste. Mein Allerwertester fühlt sich an wie Hackfleisch, Knochen tun mir weh und meine Stimmung sinkt wie das Barometer. Ja, ja, ich weiß, zwischendrin kommt immer die Frage, warum man sich das antut, hinterher kommt der Genuss.

Die Rentnergang ist 20 Km vorher ausgestiegen, brauchte Km und Höhenmeter. Wir haben uns für die kürzere Alternative entschieden. Später bedauere ich das, wollte mehr fahren. Lange Anstiege, Serpentine um Serpentine um Serpentine und wenn ich glaubte, jetzt muss ich bald oben sein, kam die nächste Serpentine. Gewaltige Ausblicke, zerklüftete Steilküsten, versteckte Strände, Ebenen auch, sehr fruchtbar. Burgen auf den Höhen, wahrscheinlich von ollen Normannen gebaut, Goten waren auch schon hier, auch Vandalen von Afrika her - wie sind die mit dem Klima ausgekommen? Und mit dem Essen? Oder gabs da noch kein italienisches Essen? Wir kriegen öfter Schweinebraten, anscheinend denken die Köche, das sei was für Deutsche. Der Gerechtigkeit halber - es sind italienische, wohlschmeckende Schweinebraten, Teil von 4-Gänge Menüs.

Einige Leute in der Gruppe sind bemerkenswert.
Menschen: Dietlinde sitzt mit ihrer afrikanischen Figur kerzengerade auf ihrem, für eine schwere Person ausgelegten Fahrrad, schaukelt mit dem großen Hinterteil rhythmisch nach links und rechts, die Pedale liegen zu tief (oder der Sattel ist zu hoch, wie mans nimmt). Sie muss viel Masse die Berge hoch bewegen, scheint ihr nix auszumachen. Wie bei einem Überdruckkessel funktioniert ihr Mundwerk bei jedem Halt pausenlos, auch dann noch, wenn uns der Atem fehlt. Erwin, unser Ältester, fährt mit seinen fast 80 Jahren wie ein Uhrwerk und grinst in seinen kurz gehaltenen Bart. Seine alte Trainingshose entspricht keinesfalls dem gängigen Radlerdesign der Gruppe, tipp topp und reklamebunt. Nur das Tour de France Shirt, ordentlich in die Hose gesteckt, weist ihn als fleißigen Anhänger dieses Sports aus. Jahrelang, sagt er, hat er mit dem Wohnmobil Rennen begleitet. Bauleiter war er, große Brücken hat er gebaut. Regininha sagen die Brasilianer zu Regina, die Nettigkeitsform passt zu der feingliedrigen, weißblonden Frau. Sie ist, glaube ich, schon etwas älter, hat ein Gesichtchen, das sich vielfältig legt, wenn sie lacht. Sie isst vorzugsweise Salat und sondert sich oft von der Gruppe ab. Ein wunderschönes Damenrennrad hat sie, pfeilschnell sieht es aus, sie aber bevorzugt die Gänge, in denen sie viel und ausdauernd strampeln muss.

Wir sind in Kalabrien. Interessant und wahrlich wechselhaft die Geschichte des Landes. Vom 6. bis ins 11. Jahrhundert gehörte Kalabrien zum byzantinischen Reich. Die Küstenorte wurden immer wieder von Arabern heimgesucht, geplündert und beherrscht. Im 11. Jahrhundert wurde Kalabrien von den Normannen erobert. Ab 1130 zählte es zusammen mit anderen süditalienischen Gebieten zum Königreich Sizilien. Ende des 13. Jahrhunderts fiel das süditalienische Festland unter die Herrschaft von Anjou (Grafschaft in Frankreich) und wurde Teil des Königreich Neapel. In den folgenden Jahrhunderten geriet das Land unter die Kontrolle der Krone Aragon (Spanien), der Habsburger und der Bourbonen. Im Zuge der Befreiungskriege wurde es 1861 Teil des Königreich Italien. Wirtschaftliche Not führte Ende des 19. Jahrhunderts dazu, dass jeder dritte Einwohner Kalabrien verließ. Die Auswanderungswelle wiederholte sich in den 60er Jahren. 338.000 Kalabresen emigrierten, um im Norden Italiens oder im Ausland Arbeit zu finden.

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Sunday, 25. october 2009 7 25 /10 /Okt. /2009 10:31

von R.Einloft - veröffentlicht in: Urlaube&Radtouren

Impressionen RE 13.10.09
5. Tag: kalabrische Küste. Der Bus brachte uns abends durch ein schroffes, zerklüftetes
Gebirge zum Hotel. Die Temperatur fiel um 5 Grad und die Fahrt dauerte 2 Std., es war
schon Nacht bei Ankunft im Hotel. Nachts stürmte es, Regen wie aus Kübeln hing schräg
an der Scheibe. Die Fahrt brachte ungewohnte Bedingungen, morgens musste ich (ich!)
um 1/2 7-7.00 Uhr aufstehen, abends war ich spätestens um 10.30-11.00 Uhr müde, kaputt
im Bett. Zum Lesen kamen wir nicht mehr. Es war schon wieder passiert wie damals in
Rom: ich nahm zu. Alle Anderen verbrannten Kalorien, ich aber nahm beim
stundenlangen Radfahren Kalorien auf. Bin ein seltenes Naturphänomen.


Der kräftige Sturm in der Nacht hatte sich in
einen brauchbaren Rückenwind verwandelt.
Lang zog sich die Straße durch hügeliges
Kalabrien, rechterhand das Meer, aufgewühlt
noch, die Gang vorne zog wieder an, eine endlose Steigung hoch. Ich blieb dran, wollte mal sehen.
ob sie mir dauernd wegfahren konnten.
Konnten sie nicht! M hatte einen schlechten Tag erwischt, später blieb ich bei ihr, versuchte, sie
im Windschatten zu ziehen. Lange, gleitende
Abfahrten, viele Brücken, Tunnel,
Felsdurchbrüche.





Die ganze Küste herunter Burgen, Schlösser und halb verfallene Wachtürme auf hohen Berggipfeln und am Wegesrand. Am Abend las ich, einige der Schlösser sind arabischen Ursprungs, schon 840 n. Chr. haben Araber das Land beraubt und beherrscht, nach den Griechen, Byzantiner. In Kalabrien, so sagen sie, endet deshalb der Westen und beginnt der Osten. Freilich waren
auch Römern, Langobarden, Normannen, Spanier, Bourbonen... Herren dieser Teil der
Halbinsel, sogar den Habsburgern hat das Land mal kurzeitig gehört. Auch Goten, Vandalen
und anderen Weltenbummlern aus der Völkerwanderung haben sicher Spuren und Kinder
hinterlassen. Ich weiß nicht, ich weiß nicht, vielleicht soll mit dem Herkunftsverweis erklärt werden, dass sie hier unten hoher Arbeitsmoral abhold sind. Behaupten wenigsten die Norditaliener.

Traumhaft das Hotel direkt am Strand, in der Ferne der Kegel des Stromboli aus dem
azurblauem Meer aufsteigend. Um 16.00 Uhr war die Ankunft geplant, um 1/2 3.00  Uhr
waren wir da. Rekord dank Rentnergang als Lokomotive und Rückenwind der schob.


Immer wieder hatte Paul an schönen Orten Besichtigungen eingeplant. Heute zeigte er uns Diamantina, eine kleine Perle am Meer, Künstlerstädchen, Zentrum des Chili-Schoten
Anbaus, überall hängen sie rum, die scharfen
Zehen. Letztes Jahr hat man hier einen Mafiaboss erschossen. Kann ja mal vorkommen. 


Tagebuch M 13.10.

Paul hatte uns eine flache Strecke versprochen
und nach 45 Kilometern konnten wir entscheiden, ob
wir in den Bus einsteigen oder weitere 45
Kilometer mit dem Rad fahren wollten.
Der erste Teil war teilweise flach, aber ab und zu mussten wir uns lange Steigungen
hinauf quälen. Ich war die Letzte und sehr froh
über die Mittagspause an einem Platz mit
herrlicher Sicht auf Meer und Küste. Danach
fühlte ich mich wieder frisch und stark und ließ
den Bus fahren. Aber dann lagen endlos lange
Straßen vor uns, leicht bis moderat ansteigend
und alle Anderen rasten los, nur ich konnte nicht
schneller, obwohl ich mich tierisch anstrengte.
Max, der Lumpensammler stieß mich manchmal

an und machte mir Mut, aber ich war frustriert.
Und wenn
dann eine Steigung endlich geschafft war, sahen
wir die Anderen schon nicht mehr und eine
weitere unendliche Straße lag vor mir und ich
verlor den Mut. Naja, ich habe es auch geschafft und Paul war ganz begeistert, dass wir
in absoluter Rekordzeit am Hotel waren, aber daran war  der freundliche Rückenwind
Schuld. Ich hätte es gerne langsamer gehabt, denn es lagen ein paar schöne langobardische
Dörfer und Ruinen am Weg und einige tolle Buchten.

Wir sind jetzt in Amantea in einem luxuriösen
Hotel an einem langen Strand gegenüber dem
Stromboli und haben einen herrlichen Blick
auf die untergehende Sonne. Ich hatte heute
Nachmittag sogar Zeit, mir die Haare zu
waschen und fühle mich wieder fitt. Ich glaube,
ich habe zugenommen, trotz der Quälerei.


Impressionen RE

Menschen: Ruppert lacht wo er geht und steht.
Er lacht bei jedem Satz und strahlt über seine
roten Backen. Kräftig gebaut tritt er kräftig in
seine Pedale und saust lachend davon.

Wolfgang wahrt das Recht der Radler vor rasenden Römern mit drohender Faust. Arme und Beine seitlich ausgefahren, schwerlich an ihm vorbeizukommen für motorisierte Straßenbenutzer, ist er, der bekennende Berliner Radler, fleißig unterwegs. Seine Kamera, übern Rücken geschnallt, kommt an allen Ecken und Enden zum Einsatz. Dann saust er wieder an der Karawane vorbei wie ein Hirtenhund. Mein Hamburger Freund, der mächtige, ist wieder da mit seiner Gruppe, sitzt selbstversunken beim Frühstück und vertilgt seinen Kuchen ohne weitere sportlichen Ansprüche.

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Monday, 26. october 2009 1 26 /10 /Okt. /2009 12:34

von R.Einloft - veröffentlicht in: Urlaube&Radtouren
Tagebuch M 14.10.-16.10.

Das Hotel in Amantea war wirklich erstklassig, vor allem das Essen. Am Morgen hatte es einen Temperatursturz gegeben und man konnte über dem Meer den Regen heran ziehen sehen. Da es unser
letzter Tag war und wir abends aufs Schiff mussten, entschieden wir uns, im Bus nach San Giovanni zur Fähre zu fahren. Das entpuppte sich als
ausgezeichnete Idee, da in Messina eine Autobahnzufahrt gesperrt war und der Verkehr umgeleitet wurde. Die Straßen wurden immer
enger und steiler, rechts und links wurde geparkt, Motorroller wuselten dazwischen herum und alle
paar Meter parkte jemand in der zweiten Reihe. Dann ging gar nichts mehr. Unser Bus, 12 Meter
lang mit 6 Meter Anhänger arbeitete sich millimeterweise vor, rangierte, ein Hupkonzert beleitete
uns – ich glaube, wenn ich hätte fahren müssen, ich wäre ausgestiegen und laut schreiend davon gelaufen. Schließlich kamen wir frei, fanden die alternative Autobahnzufahrt und fuhren ohne Probleme weiter nach Palermo, wo uns Claudia eine zweistündige Besichtigungstour durch das
alte Zentrum bot. Ich war ja schon einmal in Palermo gewesen, aber ich hatte die Stadt nicht so prächtig und historisch interessant in Erinnerung. Es war schon dunkel, 21 Grad, als wir auf die Fähre kamen und unsere Kajüten bezogen. Das Essen war grauenhaft, der Service schlecht und
wenn wir gewollt hätten, hätten wir uns ständig über irgendetwas aufregen können. Dafür schliefen wir umso besser und wir kamen an Sardinien, Elba, Korsika und vielen kleineren Inseln vorbei, die Sicht war gut, der Himmel blau und um 18:00 Uhr trafen wir in Genua ein, das von der
untergehenden Sonne vorteilhaft angestrahlt wurde.
Es war uns kühl, nur 15 Grad, aber im Bus erfuhren wir, dass es in Deutschland geschneit hatte und bei unserer Ankunft morgens um 4:00 Uhr lag Schnee auf unseren Autos und es waren 2 Grad,
Tendenz fallend.


Impressionen RE

13 Grad sind es draußen, es regnet und stürmt, kein Wetter zum Rad fahren. Wir fahren Bus. Auf der Autobahn nach Messina hält uns eine Polizeistreife an. M übersetzt, der glatzköpfige Typ ist unsympathisch - M sagt später uncharmant - , will unbedingt was finden, kennt sich mit den Papieren nicht aus, gibt nicht auf, er will, so meine Erfahrung, eine Banknote. Der Busfahrer hat keine Scheibe mehr wie früher, um seine Fahrzeiten aufzuzeichnen, das machen moderne Systeme mit Chipkarten. Die aber kann unser italienischer Polizist nicht lesen, dafür ist er nicht ausgerüstet, macht ihn noch wütender. Nach endlosen Telefonaten lässt er uns laufen, ähem.. fahren. Nach Messina geht’s, auch da muss M an der Fähre wieder übersetzen. Macht sie gerne und ich sonne mich in ihrem Ruhm.

In Sizilien vermute ich hinter jeder Biegung einen Mafioso, in jedem Ort die schweigende Gesellschaft, in jeder Kirche einen Pfarrer, der die Mafia stützt. Komisch, woher das wohl kommt? Na ja, Corleone, der Ort mit den meisten Mafiamorden, den gibts wirklich da oben in den Bergen, den arg zerklüfteten, abweisend wie in der Literatur beschrieben. Überraschend die moderne Autobahn am Mittelmeerufer entlang, Tunnels reihen sich an Tunnels und die Orte am Wegesrand sahen ganz passabel aus. Palermo, in meiner Phantasie eine dustere Stadt, bevölkert von noch dusteren Personen, entpuppt sich als lebendige, kulturträchtige, historisch-moderne Stadt mit 3 Opernhäusern, eines davon das größte in Europa, mit 300 Kirchen, Kleinode der Architektur mit arabischen Stileinflüssen dabei, mit herrlichen Palästen - berühmt der Normannenpalast - Parks und Alleen. Die Führerin erzählt von der großen Geschichte der Stadt, gegründet als Handelsstützpunkt von den Phöniziern im 8. Jhd. v. Chr., von Griechen und Karthagern, von den Vandalen, die, von Afrika kommend, die Stadt überfielen, von der islamischen Herrschaft, die eine Blütezeit war, von den Normannen, die 1130 das Königreich Sizilien von hier aus zu kultureller Höhe führten , von den wechselnden europäischen Fürsten, unter denen Insel und Stadt verarmte und von Garibaldi, der 1860 im Befreiungskrieg gegen eben diese Fremdherrscher die Stadt einnahm und von hier aus die Insel eroberte und dem neuen Königreich Italien zuführte. Dann lese ich, dass "Palermo von Kriegsende bis Ende des 20. Jahrhunderts fest in der Hand der Mafia war" (ich wusste es doch!). "Es war Zentrum zweier großer Mafiakriege und zählte zu den gewalttätigsten Städten Europas- 1981 bis 1983 ereignete sich in Palermo durchschnittlich alle drei Tage ein Mafiamord. In den 1980er Jahren kämpften vor allem die Staatsanwälte Giovanni Falcone und Paolo Borsellino dagegen an. 1992 wurden beide in der Nähe Palermos von der Mafia umgebracht. Erst unter dem „Antimafia“-Bürgermeister Leoluca Orlando (Amtszeit 1985-2000) blühte das öffentliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben der Stadt wieder auf. Unterstützt von anderen Politikern, von Künstlern und von der Bevölkerung setzte er den Kampf gegen die Mafia fort. Die Kriminalität sank und heute liegt Palermo in der Verbrechensstatistik nicht mehr unter den 15 ersten Städten Italiens". Eine positive Überraschung, diese Stadt.

Nachts dann die Fähre, eisige Kälte von 15 Grad in Genua bei der Landung, Rückfahrt des Nachts durch die Schweiz – Paul, immer noch eifriger Reiseführer - erklärt die Schönheiten am Wegesrand die man leider nicht mehr sieht und Ankunft in Wört morgens 4.00 Uhr. Da ist es dann wirklich kalt, Schnee liegt auf Dächern und Autos. Wir sind zurück in Deutschland.

Fazit: Geradelt sind wir nicht von Rom nach Sizilien, da hätten wir schon ein paar Tage mehr gebraucht. Paul hat die Filetstücke an landschaftlicher Schönheit und radfahrerischer Herausforderung ausgesucht, den Rest transportierte uns der Bus. Mittags hielt er irgendwo, Tische und Bänke waren aufgestellt, Suppe war gekocht, es gab Brot, Wurst, Käse, Obst, Kuchen, Nachtisch, Rotwein, Bier, Saft, Kaffee. Wer nicht mehr wollte, fuhr weiter mit dem Bus, wir anderen noch eine schöne Tour. Alles das war prima organisiert, flexibel gehandhabt, freundschaftlich ausgeführt. Auch wenn uns die Spitzengruppe zu schnell war, haben wir einzigartig und intensiv Strecke, Landschaften und schöne Orte wahrgenommen, regelrecht "erfahren". Noch mal? Keine Ahnung. Vorerst nicht. Aber sie setzt schon ein, die idealisierende Erinnerung, die alles Störende vergisst. Ist ja auch gut so!. 

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Monday, 4. january 2010 1 04 /01 /Jan. /2010 20:23

von R.Einloft - veröffentlicht in: Urlaube&Radtouren
Das muss der unübersichtlichste Flughafen der Welt sein. Rumgeirrt in langen Gängen, Rampen rauf und runter, Bahn gefahren anscheinend auf einen anderen Flughafen, so weit, durchgefragt, nachgefragt, weiter gereicht, abgelehnt, ja, der Flug ist von uns, aber unser System...sie müssen woanders hin. Woanders wars zu früh obwohl wir zu spät waren, der Flug aus Frankfurt wollte nicht weg. Um 4.00 Uhr heute Morgen aufgestanden, Hanne, die Liebe hatte uns wie immer zu jedweder Zeit an den Flughafen gebracht und dann standen wir rum. An in Madrid um 1/2 12.00, Weiterflug nach Mitternacht, Lima so gegen 14.00 Uhr Morgen (Ortszeit 7.00 Uhr). Jetzt haben wir ausgeirrt, sitzen gemütlich bei Starbucks vor den Gates, wir wissen zumindest, wo ungefähr der Flug abgeht, haben uns einen Kaffee gegönnt - der erste nach Jörgs um 4.30, Frühstück gabs bei IBERIA nicht, dafür enge Sitze. Jetzt ist es 19.00 Uhr und die Hoffnung schwindet schon wieder. "Sehr geehrte Flugäste", sagt der Lautsprecher, "ab sofort streikt das Bodenpersonal". Bitte informieren Sie sich auf den Anzeigetafeln. "Vamos a ver", sagt die Fluglinie auf unsere Nachfrage, "wir werden sehen ob es uns betrifft". Mal sehn, wo wir morgen sind,
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