Von einem der auszog: Rio&Brasilien

Saturday, 15. may 2010 6 15 /05 /Mai /2010 13:17


Faulheit im Cariocaland: Als Gott die Welt erschuf, muss er etwas Besonderes im Sinn gehabt haben. Einen Ort, an dem es sich wohlig sein lässt. Einen Ort, mit einer Temperatur, die seidig der Haut schmeichelt, die dazu verleitet, sich auf dem Bett zu räkeln und nichts zu tun. Nur zu faulenzen um danach zu feiern. Rio de Janeiro hat er sich ausgesucht und wir dankten es ihm. Geschlafen wie nie zuvor, die Augen aufgemacht, das Licht vom Strand gesehen, an den Strand gewandert – und […]
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Friday, 14. may 2010 5 14 /05 /Mai /2010 12:49


Ausflug Paraty mussten wir nochmals sehen. Im Bus war es so kalt, dass die Spucke erfror. M. wusste das, hatte Pullover mit und lange Hosen. Paraty ist die gut erhaltene Kolonialstadt mit Kopfsteinpflaster und schönen bunten Häuschen aus Seeräuberzeiten. Weiße Wände, rote, grüne, gelbe, braune Türen und Fensterläden. Am Hafen ein Kirchlein von Königspalmen überragt. Es bewacht die Bucht und die 360 Inseln davor zwischen denen Francis Drake auf das für Portugal bestimmte Gold aus Ouro Preto […]
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Thursday, 13. may 2010 4 13 /05 /Mai /2010 11:46


„Matar saudade“ – die Sehnsucht töten, nannten es die Brasilianer. Nach einem Jahr Kolumbien hielten wir es nicht mehr aus, flogen zurück, machten Urlaub in Rio, unserer Lieblingsstadt, 14 Tage. Herrlich, warm, freundschaftlich, vergnügt, feucht-fröhlich. Ich hatte vergessen, wie viel liebe Leute wir kannten. Wo wir hinkamen in unsere alten Lokale kamen die Ober freudestrahlend auf uns zu, wussten noch, was wir trinken wollten (uma Caipirinha com pouco azucar feita na ora), was wir gerne […]
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Friday, 12. march 2010 5 12 /03 /März /2010 13:31


Sonntag, 11.5., 7 Uhr morgens 1500 Km sind wir jetzt auf dem Amazonas gefahren. Und bis zur peruanischen und kolumbianischen Grenze ist es noch mal so weit. Aber Amazonas heißt er von hier aus nicht mehr. Oficialmente. Und warum sollte das nicht mehr der Amazonas sein? Ei, weil sich hier bei Manaus zwei Giganten treffen, der hochwürdige Rio Solimoes, der seine Wassermassen aus den Anden Perus herunterwälzt und der dunkel-mächtige Rio Negro aus Venezuela, schwarz wie sein Name sagt. Hier bei […]
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Wednesday, 10. march 2010 3 10 /03 /März /2010 12:52


Samstag, den 10.5. Gestern in Santarem um 5 Uhr nachmittags abgefahren. Um halb 7 auf eine Sandbank aufgelaufen. Es gab einen hellen Schlag, die Antriebswelle zur Schraube hatte sich verbogen. Der Amazonas ist tückisch. Laufend verändert sich sein Untergrund, denn er räumt den Abfall des Urwals ab und befördert Unmengen an Bäumen, Inseln, Geröll, Sand, Steine Richtung Ozean. Die tiefste Stelle, über die wir gefahren sind, war 110 Meter tief und wo eben noch eine Fahrrinne war, ist plötzlich […]
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Monday, 8. march 2010 1 08 /03 /März /2010 12:57


M: Gestern Abend, ich war schon im Bett, legten wir in Almeirim an. Natürlich bin ich noch mal aufgestanden, um dem Treiben zuzusehen. Aus unserer Ladeluke holten sie einen ganzen Haushalt - ein Umzug. Sie stellten Stühle, Kommoden, ein Sofa, Tische, einen Kühlschrank und jede Menge Kartons auf den hölzernen schaukelnden Anlegesteg. Und da die Abholer noch nicht da waren, schoben sich einige Frauen die Sitzgelegenheiten zu einem Kreis zusammen, setzten sich und paluderten. Es sah aus wie in […]
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Saturday, 6. march 2010 6 06 /03 /März /2010 10:29


Dienstag, den 6.5. Ganz wundersamen Essen gibt es hier, schon die Namen machen mir Hunger: Piarucu, Tacaca, Tamuatá de Tucupí. Viel wird Maniok benutzt. Diese kartoffelartige Wurzel kommt ja von hier. Ach, und schmecken tut es erst! Wie Urwald. Donnerstag, den 8.5. 6.00 Uhr Seit gestern Abend unterwegs auf dem Fluss der Flüsse. Besser gesagt, noch immer in seinem Delta. Über hunderte von Kilometern sind es ganze Systeme von Flüssen, Kanälen, Strömen und Bächen, die den Urwald entwässern. […]
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Thursday, 4. march 2010 4 04 /03 /März /2010 16:31


Wir hatten unserer Reise durch den Norden Brasiliens wegen der Kalamitäten der Ausreise verschieben müssen. Das holten wir jetzt nach. Am Donnerstag, den 24. April sind wir abgeflogen von Bogota. Und am 25. um 7.40 Uhr in Rio angekommen. Von Freitag bis Dienstag dann Rio. Liebe Leute getroffen, alles zu schön. Jemand sagt, alles voller Stau, M sagt, es gibt keinen schöneren Stau als den auf der Av. Atlantica. Dienstag 15.30 Uhr dann Flug nach Sao Luis. Mitternacht. 27 Grad, hat der Pilot […]
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Monday, 1. march 2010 1 01 /03 /März /2010 22:30

Wir saßen fest. Schon Monate vorher waren alle Unterlagen für den Umzug nach Kolumbien beantragt, Visa, Ausfuhrbewilligung, Einfuhrbewilligung, hier Papiere, dort Papiere, die Zentrale in Bonn drängte, das Büro in Bogotá musste übergeben werden, doch es tat sich nichts, weder bei den kolumbianischen noch bei den brasilianischen Bürohengsten. Warten Sie, es kommt bald, war die Standardantwort, wir warteten. Mein Nachfolger für das Büro Rio war schon da, die Wohnung gekündigt, wir mussten […]
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Sunday, 3. january 2010 7 03 /01 /Jan. /2010 12:12

Ganz waren sie nicht einverstanden, die Mütter, mit unserem Vorschlag, einen Mindestlohn für die Kinder monatlich zu bezahlen, damit sie die Schule besuchen konnten. Ernährer der Familie mussten arbeiten. Es ging auch prompt schief, das Geld war schnell verbraucht, wie auch nicht bei einer Versorgung am unteren Rande der Bedürfnisse, dann waren die Kinder wieder da und verkauften ihre Tütchen Erdnüsse. Bis wir das System veränderten, das Fixum verringerten, die Klassenarbeiten mit ihnen […]
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Saturday, 2. january 2010 6 02 /01 /Jan. /2010 13:22

hSie gehörten zu den Erdnusskindern, jenen, die den Tag lang die Copacabana hinauf und hinab sich durch die Tische der Strandbars zwängten, schlanke spitz zulaufende Tütchen mit Erdnüssen in der Hand, die ihre Mütter, unsichtbar irgendwo am Rand sitzend rösteten und lauter oder leiser "amendoin" anboten, eine Handvoll für wenige Cent. Aufgefallen waren sie uns, die zwei Jungen, weil sie schüchterner als die Anderen waren, fast unsichtbar standen sie manchmal neben den Bars, hielten ihre […]
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Thursday, 31. december 2009 4 31 /12 /Dez. /2009 13:45

Doppelt ist die Bedeutung von Sylvester für Brasilianer, dem zweitwichtigsten Fest nach Karneval. Gefeiert wird die Jahreswende und Yemanjá, die Göttin (Orisha) des Meeres, der Schönheit und Fruchtbarkeit des von Sklaven aus Afrika mitgebrachten und weit verbreiteten Candomblé-Kultes. Der Strand füllt sich mit zumeist in weiß gekleideten Menschen, der Farbe der Göttin für Glück und Liebe. Sie bauen Altäre, legen kleine Spiegel, Parfumfläschchen, Kämme, Lippenstifte, Blumen als Gabe ans […]
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Saturday, 12. december 2009 6 12 /12 /Dez. /2009 09:20

Und dann gibt es noch die dritte Karnevalsbelustigung, weitaus intimer, auch wenn genügend halb- und fast nackte Schönheiten bei Umzügen zu sehen sind: die Bälle. Mit Reizwäsche, BH, Slip, Strapse, Strümpfen ist frau schon komplett bekleidet. Mit Freunden und deren Freunden waren wir zum ersten Mal dort, Beigabe zur Eintrittskarte ein Präservativ. Trugen die meisten Frauen Shorts, Bikini-Oberteil oder T-Shirt beim Eintritt, entkleidete sich nach und nach die schöne Minderheit immer mehr, […]
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Wednesday, 9. december 2009 3 09 /12 /Dez. /2009 12:23

Wir hatten Sitzplätze auf Betonbänken, zum Ende zu, schräg gegenüber die Suiten voll mit wichtigen, wichtig tuenden und betuchten Menschen, Schauspieler, Politiker, haute volee national und international. Drumherum die Touristenplätze und den Enden zu die einfachen, preiswertere, immer noch teuren nationalen Plätze. Jack und Anita, unsere einheimischen Freunde, hatten die Karten besorgt und uns in diese aufgewühlte aber friedliche Stimmung mitgenommen. Es war denen außerordentlich wichtig, […]
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Monday, 7. december 2009 1 07 /12 /Dez. /2009 12:08


Lange wird er vorbereitet, der Karneval. In den Stadtteilen tanzen und feiern sie mit ihrer Band schon vor dem November, die Eröffnung der Saison vorwegnehmend. Dann aber geht es richtig los und vom Weiberfastnacht bis Aschermittwoch und manchmal darüber hinaus ist kein Halten mehr. Für meinen Mitarbeiter Franklin hatte ich ein Treffen am Freitag anberaumt mit auswärtigen Experten. Er, der immer vertrauenswürdige, auf seinen Ruf bedachte - später wurde er Staatssekretär - kam nicht, blieb […]
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