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Von einem der auszog: Kolumbien

Monday, 15. march 2010 1 15 /03 /März /2010 10:43

Kolumbien_map.png Auf einer Skala der Lebensfreude in Lateinamerika würde ich Brasilien auf dem Extrem der Freude, Kolumbien auf dem anderen Ende, dem der Traurigkeit und des Leids eintragen. Was für ein Unterschied. Ich hatte das Land schon mehrmals dienstlich besucht. Alleine die Art, wie sie Auto fuhren, war gegeneinander gerichtet. Mit verbissenem Ernst kämpfte jeder gegen jeden um Zentimetervorteile, verkeilten sie sich bei Einmündungen, verstopften sie systematisch Kreuzungen, auch bei Rot der Stoßstange ihres Vorderwagens folgend, schienen sie mir ein Paradebeispiel des sozialdarwinistischen Prinzips zu sein, dass den Stärkeren als Gewinner definiert. Das Gegeneinander definierte auch die Gesellschaft. Seit der Unabhängigkeit vor 180 Jahren hatte es einen Bürgerkrieg nach dem anderen gegeben, ein Massaker nach dem anderen, eins schrecklicher als das andere. In den 3 Jahren unseres Aufenthalts gab es noch immer Massaker. Die Guerilla hatte ganze Landesteile in ihrer Gewalt. Die Paramilitärs kämpften gegen sie und für die Großgrundbesitzer, offenbar auch ab und an für die Militärs wenn es galt, schmutzige Aufträge auszuführen, jedenfalls waren sie entstanden als Privatarmee, hatten sich selbstständig gemacht mit derselben Stoßrichtung gegen die Guerilla  und die Militärs waren offiziell gegen alle beide, schafften aber keine Ruhe im Lande. Fast täglich gab es politisch begründete Entführung, Mord, Totschlag, Vertreibung der Bevölkerung, draußen auf dem Land und mitten in der Stadt. Verbrechergruppen hängten sich an, entführten auf eigene Kosten, die Drogenmafia finanzierte die Guerilla, die wiederum stellte sichere Anbaugebiete und Flughäfen zur Verfügung. In einem Drittel des Landes hatte die staatliche Gewalt keinen Zutritt. Das, so schien uns, hat die Menschen geprägt. Natürlich waren Kolumbianer auch Latinos, natürlich gingen sie gerne tanzen, freilich feierten sie liebend gerne und waren dann genau so freundlich, nett und lebenslustig wie Latinos anderswo. Doch irgendwann spät in der Nacht kamen die Erinnerung an schreckliche Erfahrungen, jeder hatte sie in seiner Familie und dann wurde es traurig. Es war eine Zeit zwischen Schrecken und Normalität, zwischen Unfassbarem und Freude, es war eine Zeit mit Menschen, die alles taten, um sich und ihr Land auf andere Gleise zu lenken, mit Menschen, die effektiv und zielgerichtet arbeiteten - in Lateinamerika nicht gerade ein verbreitetes Gut -  mit bewundernswert ausgebauten sozialen Substrukturen. Mit Menschen die nie aufgaben und viel erreichten für sich und ihre Gruppe. Kaum bekannt ist, dass Frauen in Kolumbien selbstverständlich auf allen Ebenen als Führungskräfte akzeptiert sind und agieren. Und trotzdem blieb die vermaledeite Geschichte.  Kolumbien ist weltweit das Land mit den meisten Entführungen und politischen Morden

 

Der beste Chronist ist Gabriel Garcia Márquez. Seine komplexen, tragischen, oft unfassbaren Erzählungen sagen mehr über Kolumbiens Historie denn jede Geschichtsschreibung. Aufgewachsen in der Küstenregion mit ihrer Grenze zu Venezuela und Panama bewegte sich sein Leben auf den Schienen der Vergangenheit, der unseligen, mit ihren dauerhaften Bürgerkriegen, der Ausbeutung durch Bananengesellschaft und ihren Massakern, der Willkür von Oligarchen, gedeckt von einer korrupten, oft mörderischen staatlichen Macht. Es sind die Erlebnisse seiner Familie, Historien eines gefolterten, ausgebeuteten Landes, das bis heute nicht zur Ruhe gekommen ist. ( "Leben um davon zu erzählen").

Begonnen hatte es tragisch genug. Simon Bolivar, großer Befreier vom spanischem Kolonialismus, Visionär und (gewählter) Diktator einer lateinamerikanischen Föderation, das Kolumbien, Venezuela, Ecuador und Panama vereinte, starb verbittert in einem Kaff im Norden Kolumbiens ("Der General in seinem Labyrinth")Sein Traum währte weniger als zehn Jahre. Das Gebilde zerfiel 1830 in seine Einzelteile, nationalistische Strömungen hatten gesiegt. Danach begannen in Kolumbien die innenpolitische Auseinandersetzung sich dauerhaft fest zu setzen. Zwei Parteien waren es, die mit allen Mitteln um die Macht kämpften, die konservative, aus der Herrschaft der alten Oligarchien kommend, im Zentrum Großgrundbesitzern und Kirche, die einen von ihnen beherrschten Zentralstaat wollten und die liberale, die Interessen des wachsenden Handelsbürgertums und der zaghaften Industrialisierung vertretend. Mir gefallen die Liberalen besser, wollten sie doch einen moderneren, föderalistischen Staat, die Macht der Kirche brechen, freien Handel und Wandel, größere Gleichheit. Doch immer wieder gelang es den Konservativen mit legalen (Wahl)Mittel und illegalen Machtübernahmen, die (antiquierten) Interessen ihrer Klasse durchzusetzen. Seit Beginn mit kleinen und großen bewaffneten Auseinandersetzungen.

"Hundert Jahre Einsamkeit" fußt auf den Erzählungen des Großvaters von Marquez, dem General aus dem Krieg der 1000 Tage. 1899 war es wieder einmal so weit. Die Konservativen hatten sich durch Wahlbetrug an die Regierung zurück gebracht, das Land wurde mit Krieg überzogen bis 1902. 100 000 Menschen starben, einen Gewinner gab es nicht. Ein lascher Kompromiss ließ die Liberalen ein wenig mit regieren, der Bananenboom mit seiner Prosperität in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts hielt die Konservativen an der Macht - und die Bananengesellschaften im Geschäft. Ausgelöst durch einen Streik der Bananenarbeiter gegen die sklavenhalterische Arbeitsbedingungen der United Fruit Companie mähte das Militär auf Befehl des konservativen Präsidenten mit Maschinengewehren die Streikenden nieder.

(wird fortgesetzt)

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Wednesday, 17. march 2010 3 17 /03 /März /2010 16:54

In den 50er Jahren wäre es den Konservativen beinahe gelungen, ihren Kontrahenten, die liberale Partei auszurotten. Hunderttausende wurden ermordet, vertrieben, verloren Familie und Freunde einzig, weil sie der falschen Gruppe angehörten. Es waren die Folgen konservativen Starrsinns und der Weltwirtschaftskrise 1930, die die  Liberalen an die Macht und dem Land eine überfällige Bodenreform samt Industrialisierung brachte. Doch die  konservative Generalopposition und das Anzetteln eines Bürgerkrieg im Inneren verhärtete die Menschen, voll gesogen mit Hass, gespalten in unerbittliche Lager. Die Ermordung des linkspopulistischen Präsidentschaftskandidaten Jorge Eliécer Gaitan am 9. April 1948 in Bogotá war der Funke, der das Pulverfass zur Explosion brachte. Marquez war dabei, er beschreibt die tödlichen Tage, die Orgie der Gewalt, beginnend in Bogotá, die innerhalb weniger Tage Berge von Leichen und eine zerstörte Hauptstadt hinterließ, sich im Land ausbreitete, 4 Jahre wütete, nicht aufhörte bis in die 60er Jahre. 200 000 Tote und 1 Mio Vertriebene kostete das. Staatliche Mordkommandos, mit Verbrechern aufgefüllt, merzten systematisch ganze Dörfer aus und entvölkerten Städte. Freilich wehrten sich die Liberalen, aber sie hatten schlechtere Karten. Das ist die Zeit, bekannt als "Violencia" - Gewalt. (Leben ...). Perverse Tötungsmethoden waren an der Tagesordnung. Von der "Krawatte" hörte ich, dem Schnitt durch die Kehle, von innen die Zunge durch den Schnitt nach außen gezogen. Längst hatte sich die Elite der Liberalen verselbständigt, wollten einzig die Macht, teilten sie sich dann mit den Konservativen, vier Jahre die einen, vier die anderen. Und alle staatlichen Pfründe und Stellen ebenso. Das ging so bis in die 70er Jahre, wirkte sich aus bis in die 80er. Notwendige Reformen unterblieben, bis heute fehlt in Kolumbien eine in anderen Ländern längst durchgeführte, gerechtere Bodenreform. Es ging nur noch darum, die Reichen an der Macht zu halten. ("Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt" erzählt davon - und von seinem Großvater)

Wen wundert Widerstand der Basis, die immer nur litt, nie etwas ab bekam? Die Guerilla kam auf, gab auf, kam wieder, blieb ab der 60er. Schemenhaft taucht Marulanda bei Marquez auf (Leben...), tiro fijo, fester Schuss genannt. Wer es nicht weiß, dem entgeht die tragische Geschichte eines einfachen Mannes, der in die Berge ging um der Gerechtigkeit willen, 40 Jahre später einen Teil des Landes beherrschte, mit einer Armee von 20 000 Männern und Frauen Regierungstruppen besiegte, sich reichlich mit Waffen ausstatten kann durch Sicherheitsgarantien für Anbauflächen und Flughäfen an die Coca-Mafia in "befreiten" Landesteilen. Längst ist die Gerechtigkeit einem Grabenkampf um Macht über Regionen gewichen. Marulanda, hörten wir, ist vor nicht langer Zeit gestorben, die Guerilla geht weiter.

Nur kurze Zeiten der Ruhe und Prosperität gab es seit der Unabhängigkeit. Der Rest ist brutaler Krieg gegen das eigene Volk, vermengt mit einem archaischen mordlüsternen Ehrbegriff des kolumbianischen Machismo. Es ist noch nicht lange her, das Kolumbianer sich auf offener Straße mit Pistolen duellierten, einzig weil sie die Ehre der Familie befleck sahen. Und von Generationen danach Blutrache erwartet wurde (Nachzulesen in der "Chronik eines angekündigten Todes", von Marquez mit erlebt).  

Mir geht die Luft aus. Denn noch müsste ich berichten über die Gräuel der Paramilitärs, der Verbrecherbanden, der Guerilla, der Drogenmafia. In den letzten 33 Jahren sind über 500 000 Menschen entführt worden, sagt die Opposition. Die Staatsanwaltschaft gibt an, in den letzten 20 Jahren seien 156 000 Menschen durch diese Gruppen ermordet worden. Militärs mischen weiterhin mit. Der oppositionelle Senator Juan Manuel Galan schätzte im Jahr 2009 die Zahl der in den zehn davor liegenden Jahren vom Militär hingerichteten Zivilisten auf 1.500 bis 2.000. Die Zivilisten, oft Jugendliche aus Elendsvierteln, wurden mit falschen Versprechen angelockt, in entlegene Landesteile gebracht, hingerichtet und danach als im Kampf getötete Guerilleros oder Paramilitärs dargestellt. Ziel der Morde war es, auf diese Weise Prämien wie zusätzliche Urlaubstage oder Geldbeträge zu erhalten. Es ist alles unfassbar und deshalb höre ich auf.

  

Und doch gibt es sie überall, die Inseln der Menschlichkeit, des leben Könnens im Tornado , die auch uns umgaben wie ein schützender Handschuh. Auch der junge "Gabo" ist durch diese ganze leidvolle Geschichte marschiert wie in einem schützenden Cocon, traumwandlerisch unschuldig, mit einer Lesewut gesegnet, die ihn alles verschlingen lässt, was er kriegen kann. Um dann mit seinen Freunden nächtelang zu diskutieren. Sie treffen sich in Cafés, Restaurants, Buchhandlungen, reden, disputieren, argumentieren, morgens, mittags, abends, ziehen nachts durch Bars und Puffs, saufen, huren, tanzen, singen, dichten, streiten, alles zentriert sich um ein Thema: Literatur. Versessen sind sie, besessen bis zum Delirium. Zwischendrin schreiben sie berühmt gewordene Artikel, Geschichten, Bücher. Das ist die andere Seite eines rückständigen Landes, die breite Schicht Literaturbegeisterter, die Bücher, Gedichte auswendig lernten, in Zirkeln sich austauschten während die Welt um sie herum aus Kampf bestand. Später dann ist er politisch geworden, Gabriel Garcia Marquez, der Chronist.

Übrigens: Meine Hinweise auf seine Bücher sind bei weitem nicht vollständig. Überall in seinen Schriften finden sich historische und aktuelle politische Bezüge. Bedrückend und doch voll von Leben. Auch in Kolumbien lässt es sich leben. Das haben wir erfahren. Wir kennen die meisten der Orte, die er beschreibt, Bogota, Cartagena, Barranquilla, Sucre, Riohache, Medellin, beängstigend oft in unserer Erinnerung wegen ihrer leidvollen Vergangenheit und doch auch schön, lebendig, voller Menschen mit Lust und Freude am Leben.

Da waren wir nun gelandet und richteten uns ein.

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Tuesday, 23. march 2010 2 23 /03 /März /2010 16:12

Bogota-StadtansichtDa waren wir nun in der neuen Stadt. Zwar hatte die Zentrale angewiesen, so rasch  wie möglich die neue Stelle anzutreten, hatte uns schnellstmöglich aus Rio vertrieben, doch als wir ankamen, war Feiertag und langes Wochenende und ich hatte hohes Fieber. Niemand da im Büro, einzig Juan Carlos, der Fahrer blieb treu bei uns und besorgte einen Arzt.. Obwohl ich die Mannschaft und das Projekt kannte - in den Jahren in der Zentrale war ich als Referent zuständig für das Land, hatte es mehrmals besucht - war Bogota mir immer fremd geblieben.

Kalt war es, besonders für uns, die wir tropische Temperaturen gewöhnt waren. 2600 m hoch in den Anden in einem fruchtbaren Hochtal gelegen weist die Statistik über 7 Mio Einwohner und 13 Grad Durchschnittstemperatur aus. Schon früh, 1538, hatten die spanischen Eroberer sich die Senke in den kolumbianischen Anden, die sich hier aufspalten in drei Gebirgszüge der West-, Zentral- und Ostkordillere, zur Siedlung ausgesucht. Das Zentrum, La Candelaria genannt, ist die Altstadt Bogotás. Mit ihren wunderschönen kolonialen Gebäuden, Kirchen und Plätzen ist sie sehenswert, auch wenn man aufpassen muss, wo man hin geht. CatedralPrimadaBogota2004-7Um die Plaza Bolívar, dem Mittelpunkt der Stadt, gruppieren sich historische und moderne Gebäude, dominiert von der wuchtigen Kathedrale. Grob aufgeteilt in die Wohngebiete im Norden, die vornehm und reich sind, das moderne Viertel mit seinen Hochhäusern, Banken und Geschäften, das historische Zentrum und die Stadtviertel im Süden, unsicher und arm, lebten und arbeiteten wir natürlich im Norden. . Schöne und rustikale Lokale waren in der Nähe, kleine gepflegte Parks, Einkaufszentren mit amerikanischem Standard, Tanzlokale, überfüllt am Wochenende.  

Traurige Berühmtheit hat diese Stadt erlangt. Guerillagruppen haben sie mit Granatwerfern angegriffen, vielen war der 6. November 1985 noch in Erinnerung, er wurde zum tragischsten Tag in ihrer Geschichte  seit dem Bogotazo, der Zerstörung im Bürgerkrieg 1949. Die Guerillagruppe M-19 hatte den Justizpalast von Bogotá eingenommen. Die darauf folgenden Auseinandersetzungen und die Wiedereinnahme durch die Staatsmacht kostete mehreren hundert Menschen das Leben und zerstörte den Justizpalast dermaßen, dass er neu gebaut werden musste. Und dann kam der Krieg der Drogenkartelle in den 1990er Jahren. Terrorattentate erschütterten die Stadt, Bomben explodierten in Einkaufszentren und staatlichen Einrichtungen. Hunderte von Unbeteiligten wurden getötet. Das war Gott sei Dank vorbei, geblieben waren Entführungen auch und gerade in den reichen Vierteln.


An den Ampeln standen sie, die Bettler und Verkäufer. Der andauernde Bürgerkrieg vertreibt Menschen, die Heil und Sicherheit in der Hauptstadt suchen und oft nicht finden. Auch in anderen Entwicklungs- und Schwellenländern sind Wanderungsbewegungen vom Land in die Stadt massiv. In Kolumbien werden sie verstärkt durch den bewaffneten Konflikt und Menschenrechtsverletzungen, gezielt gegen Kleinbauern und ländliche Gemeinden. Ursache ist der seit Jahrhunderten verbittert geführte Kampf um privaten Besitz von Land. Nie habe ich diese verbissenen und tödlichen Menschenrechtsverletzungen von privaten paramilitärischen Gruppen aber auch von Militärs begriffen. Es hört nicht auf. Bis heute bleibt es ein krimineller Krieg der Reichen gegen die Armen, international kaum beachtete. Schätzungen gehen davon aus, dass 2007 bis zu 4 Millionen Menschen binnenvertrieben wurden. Teile dieser Vertriebenen landen in Zwischenstädten, doch wie überall muss die Hauptstadt den großen Teil aufnehmen. Dass eine Stadtverwaltung damit ein Dauerproblem hat, ist verständlich. Die Arbeitsmöglichkeiten nehmen ab und die Armutsrate steigt. Ein Teil meiner Arbeit war, zusammen mit der Stadtverwaltung, die Entwicklung von alternativen Einkommensquellen für diese Menschen.

Aber auch politisch tat sich was.

Antanas_Mockus.png Antanas Mockus wurde in unserer Zeit neuer Bürgermeister gegen den Strom des Zweiparteiensystems. Er ist Philosoph, Mathematiker und Alternativer, besiegte nach einem Wahlkampf ohne Werbung, ohne Versprechen und mit geringen finanziellen Mitteln (weniger als 1.000 $US) den Vertreter aus dem Lager der Regierungspartei, sanierte die Finanzen, reduzierte die Todesfallstatistik insbesondere durch die Einführung seiner - erstaunlicherweise - populärsten Regelung, der "hora zanahoria", dem Alkoholverbot ab 1.00 Uhr nachts. Das griff, knapp 20% ging die Mordrate zurück. Mörder brauchen offenbar Schnaps. Lustig wurde es auf den Kreuzungen. Als alle Ordnungsbemühungen scheiterten, stellte er Clowns auf die Straße, die mit Pantomimen zur Einhaltung der Straßenverkehrsordnung erzogen. Die Fahrer lachten und taten was die wild wedelnden Gestalten  anwiesen. Parallel dazu führte er Fahrradwege ein, die heute mit einer Länge von über 300 Km zu einem der größten Fahrradnetzwerke der Welt gewachsen sind. Es gab schon die "Ciclovia", die Sperrung von 120 Km Umgehungsstraße der Stadt jeden Sonn- und Feiertag bis 14.00 Uhr. Das baute Mockus aus und heute nehmen über zwei Millionen Menschen zu Fuß, auf dem Fahrrad oder auf Inline-Skates an der Ciclovía teil. Mit Mockus änderte sich die Einstellung der Bürger zu ihrer Stadt. 1998 empfanden 67 % ,dass die Stadt lebenswert sei, im krassen Gegenteil zu den 75 % die sie davor als nicht lebenswert empfanden. Er kam zurück 2001 und seitdem wählen Bogotaner linksgerichtete, nicht dem alten Parteienspektrum angehörige Bürgermeister. Heute, so sagt man, ist die Stadt liebenswert.


Lebenswert war sie schon in unserer Zeit - trotz allem.

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Friday, 26. march 2010 5 26 /03 /März /2010 16:51

An einem Dienstag, 4 Monate nach dem Auszug in Rio, kam der Möbelwagen. Streik in Rio, Streik in Cartagena, Engpässe hier und da hatten den Umzug immer wieder verzögert. Und auf der Strecke durch die Anden hatte die Guerilla die Möbel auch noch mal auf Brauchbares durchsucht. Völlig ungeordnet und ausgepackt lag alles im Wagen herum und beim Öffnen der Tür fiel der Fernseher heraus und rollte die steile Straße hinab. Aber sie waren wieder da, unsere Sachen. Noch ein wenig mehr lädiert, aber wir kannten Helmuts Spruch: 3 Mal umgezogen ist 1 Mal abgebrannt. Wir fühlten uns wohler. Und den Fernseher, ein wuchtiges Teil extra für Länder mit verschiedenen Codes gebaut, hat einer der Selfmade-Techniker repariert.

Kolumbien - 30Mit zwei Koffern und einer Kiste hatten wir die Zeit überbrückt, nichts Unbekanntes, das war immer so am Anfang. M hatte das Notwendigste eingepackt, 1 Teller für jeden, Besteck, Kochtopf, 2 Campingstühlen, Musik, Bücher, nur warme Kleider nicht, die waren in Deutschland, in Rio hatten wir sie nicht gebraucht.   Es war wie Camping, wir schliefen auf der neuen Matratze auf dem Boden. Die Wohnung hallte von unseren Schritten, sie war groß, zu groß, doch günstig gelegen - 10 Min. zu Fuß vom Büro entfernt und vom Vorgänger übernommen - und schön geschnitten mit Studio, Wintergärten und Wohnzimmer verglast bis auf den Boden. Selten schön für Bogota war der Ausblick auf einen Park und die Stadt dahinter, von der Abendsonne rot beschienen wie eine Fototapete.  Kolumbien - 8Marianne

Unsere Wohnung lag im 9.. Stock in einem 10-stöckigen Hochhaus.






Pompös war die

Kolumbien - 20Eingangshalle wie in all den größeren Wohnblocks, Wächter saßen drin, einer mit abgesägter Schrotflinte. Dass unter uns ein Verwandter des Präsidenten wohnte bekamen wir mit an einem Abend bei der Rückkehr von einem Restaurantbesuch. Die Straße gesperrt, Blaulichter flimmerten, schwerbewaffnete Soldaten und Polizisten umringten uns, der Präsident war zu Besuch. Nicht bei uns, bei seinem Onkel. Geleitschutz brachte uns bis vor unsere Wohnung damit wir nicht auf dumme Gedanken kämen und den Präsidenten angriffen Im Park gegenüber in historischen Kolonialgemäuern die beste Privatschule der Stadt mit eigenen Tennisplätzen, Sportstätten, bewachten Parkplätzen. Die Ursache des täglichen Konvois mit 3 gepanzerten Limousinen, Straßensperren, geheimnisvollen, blitzartigen Einstiegszeremonien wurde klar, als man uns erzählte, wer die Schüler war. Die 3 Kinder des Präsidenten wurden gebracht und abgeholt mit allen Sicherheitsvorkehrungen, niemand durfte sehen, in welchen der gleichen Limousinen sie einstiegen, das Risiko einer Entführung zu groß. Wir fühlten uns gespalten. Einerseits waren wir gut bewacht, andererseits in einer Risikozone. Mit der Zeit lernten wir, dass Unsicherheit auch normal sein kann.

Jeder von uns hatte ein eigenes Arbeitszimmer mit Wintergarten, meines war das besagte Kolumbien - ReinholdStudio mit Glasfensterfront, vom  Stehpult sah ich beim Aufschauen die Berge links und die Stadt. Halb rechts davor der verglaste Wintergarten, in das Esszimmer mit offenem Kamin übergehend, ebenfalls mit Glasfront und dem besagten, schon geschilderten Panoramablick auf die Stadt. Versuche, den Kamin zu entzünden führten zur Alternative: entweder Wärme und Rauch oder Kälte und klare Luft. Das Esszimmer war groß genug um darin zu tanzen und wurde dazu oft benutzt, die Küche hätte für ein kleines Restaurant gereicht, dahinter die kleine Wohnung mit eigenem Bad für die Hausangestellte, die normalerweise in den Häusern wohnte, Tag und Nacht zur Verfügung stand und per Klingel aus dem Schlafzimmer für was für Dienste auch immer angefordert werden konnte. Das war uns doch zu viel nationaler Eigenart, unsere "Empleada", eine ältere Frau, kam halbtags - wenn sie kam. Ein begehbarere Kleiderschrank mit Badezimmer, 2 Stufen erhöht, eigener Balkon, Fernsehen und Musikanlage gab dem Schlafzimmer einen Flair von Luxusabsteige. Wir nutzten es und verbrachten Samstage darin. Mittags war ich mit Spaghetti Kochen und Servieren im Bett dran. Kolumbien - 28Das führte einmal zu einer größeren Sauerei. Mit dem großen, auf dem Bett aufstellbaren Tablett kam ich nur schräg durch die Tür, blieb mit dem weiten Ärmel des Kimonos im Türknauf hängen, hatte zu viel Schwung und kippte den ganzen Inhalt auf den weißen Teppichboden. Da lagen sie nun, die Scherben der Teller und Gläser, die Spaghetti mitsamt leckerer Soße und Rotwein bildeten eine rot-gelbe  Schicht auf dem Teppich und nach einer Schrecksekunde lachte M sich kaputt. Es hat gedauert, bis die Schweinerei einigermaßen bereinigt war, die Empleada musste noch Tage danach schrubben, doch ein Hauch von Erinnerung blieb immer haften. Wir sind dann essen gegangen.

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Sunday, 28. march 2010 7 28 /03 /März /2010 14:47

Essen konnte man gut in Kolumbien, vorausgesetzt man liebte deftige Kost. Eine kulinarische Spezialität der Hauptstadt ist die "Ajiaco Santafereño“, einer kräftigen

SKolumbien - 12uppe aus verschiedenen Sorten von Kartoffeln, mit Hühnerfleisch, Maiskolben und einer Mischung aus Franzosenkraut (Guasca) besteht. Sie wird mit Kapern und frischer Sahne serviert. Auch exotische Spezialitäten sind zu finden wie die Blattschneiderameisen, deren Weibchen mit besonders großem Bauch gegrillt als Leckerbissen und Aphrodisiakum angeboten werden. Hab ich nie probiert. Fleisch war ansonsten Hauptnahrung. Gegrillte Steaks so groß wie Teller, dazu ein Maiskolben, ein wenig Guacamole (Avocadocreme) und Schnaps. Der wurde in Flaschen serviert, geringste Menge eine halbe. Zusammen mit Sangrita ließ er sich trinken, begleitete die Fleischorgie elegant. Gott sei Dank hatten wir es nicht weit nach Hause, die Straße war gerade und die Polizei unsichtbar.                

Kolumbianer tanzen gerne, das kam uns entgegen. An den Wochenenden musste man sich schon früh anstellen, so um 22.00 Uhr, die Lokale wurden übervoll. Einige boten offiziell "con vicios" (mit Laster) an, welches der Laster das war, ließ sich denken, wir haben es nicht ausprobiert. Zu trinken gab es allemal genug, auch hier kam nicht ein Glas mit Schnaps auf den Tisch sondern die ganze Flasche Schnaps. Dazu Säfte in Dosen, auch Cola und ein Kübel mit Eis. Am Nebentisch haben wir einmal beobachtet, wie ein junges Paar ohne Anstrengung eine Flasche Tequila gemeinsam leerte. Dann konnten die immer noch tanzen. Und wie! Salsa, Merengue, Tango waren beliebt, regelrechte Meistertänzer gab es. In unser Lieblingslokal kam ab und an ein älterer Herr, distinguiert-altertümlich gekleidet, der war der Crack, die Damen rissen sich um ihn. Und er führte sie mit komplizierten Schrittfolgen gekonnt über die Fläche, die leer wurde um ihm Platz zu lassen und zuzuschauen. Einmal ging ein junger Mann zu ihm, machte eine Verbeugung und bat um einen Tanz für seine Freundin. Tanzen war Kunst, natürlich auch Anmache, dafür sorgte der Diskjockey und die Lichtorgel. Vom ersten Stock führte eine breite Treppe hinunter, die immer überfüllt war. Als Abkürzung und Männervergnügen führte eine Feuerwehrstange geradewegs auf die Tanzfläche. M benutzte sie öfters - auf der Treppe sei Gegrabsche sagte sie und außerdem sei die Stange eine sportliche Herausforderung - und handelte sich begeisterte Pfiffe ein. Bei mir pfiffen sie nie. Als Bürgermeister Mockus  die Sperrstunde für Alkohol ab 1:00 Uhr Nachts einführte, seine "Hora zanahoria" (Karottenstunde, ein Wortspiel mit dem weich ausgesprochenen "zana" wie "sana" und gesund meinte), um den Alkoholgenuss und die Kriminalität zu drosseln waren sogar wir erst mal dagegen. Mitten in der Nacht hörte der Spaß auf. Und Verwunderung stellte sich ein, als er damit durchkam, Erfolg hatte und geliebt wurde. Die Kriminalität fiel um knapp 20% (bis heute über 40%). Diese Bogotaner!  

Gut feiern konnte man mit ihnen. Bis ungefähr Mitternacht. Dann kamen die Geschichten, die traurigen. Jeder, aber auch jeder, hatte sie in seiner Familie, die Entführungen, Ermordungen, Vertreibungen.  Und dann kam es ihnen hoch, wie der Opa vor Tagen gefangen wurde, die Straße, an der seine Wohnung lag, hatten sie oben und unten gesperrt, nahmen jeden mit, der nach Geld aussah, mitten in der Stadt. Andere waren in eine der berüchtigten "pescas milagrosas" geraten, jener süffisant  bezeichneten "wundersamen Fischzüge", bei der die Landstraße nach einer Kurve, möglichst an steilen Berghängen mit Fahrzeugen geschlossen wurde, bewaffnete Guerilla oder gemeine Räuber überall, die Fahrzeuge kontrollierend, systematisch nach Reichen suchend, sogar Datenbanken auf Laptops im Einsatz mit Dateien aus Finanzkatastern (geklaut, erschwindelt, erkauft), ihre Beute abführten, die anderen fahren ließen. Oder vom Bruder, der über ein Jahr verschwunden gewesen, von der Familie verzweifelt gesucht, alle Forderung  nach Lösegeld erfüllend und dann doch erfuhr, er sei ermordet aufgefunden. Eine Geschichte schlimmer als die andere. Die Abende endeten traurig, wir fuhren eingeschüchtert und ängstlich nach Hause.

Kolumbien - 12FESFür Dienstfahrten hatte ich Juan Carlos, einen großen, stattlichen Mann der als Personenschützer durchgehen mochte, was er nicht war, er kannte sich aus, wusste immer, wo es gefährlich werden könnte, besonders auf Fahrten über Land war das von unschätzbarem Vorteil. Wie er an die Informationen kam, ist mir immer ein Rätsel geblieben, anscheinend gab es ein informelles Informationsnetz. Immer wenn er konnte nahmen wir ihn abends zu privaten Verpflichtungen mit, bezahlten in privat. Er strahlte Sicherheit aus. Aber auch bei privaten Festen in unserer Wohnung war er hilfsbereit zum Stühle und Tische rücken und Luftballons aufblasen. Dann lief sein Gesicht rot an vor Anstrengung, so stark wie er aussah war er nicht. Juan Carlos mochte uns und wir ihn.

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Thursday, 1. april 2010 4 01 /04 /Apr. /2010 11:00

Kolumbien---26-Kopie-1.jpg

Feste feiern bei uns war beliebt, mag sein, dass die Atmosphäre ungezwungener war in der anderen Umgebung. Sie kamen alle gerne, die Freunde und Kollegen. Zumeist gab es mexikanisch mit Tortillas, Hähnchenfleisch, scharf gebratenen Hack, Salaten, Bohnenpüree. Letzteres, sagten sie, bitte nicht so scharf, seltsamerweise liebten die Kolumbianer das Essen milde, ganz ungewohnt in Lateinamerika. Dann machten wir zwei Töpfe, einen sehr scharf für die Eingeweihten, einen für die sanften. Seltsamerweise waren zum Schluss immer beide Töpfe leer. Kolumbien---28-Kopie-1.jpgDann standen sie in der Küche, redeten, lachten, aßen. Und anschließend Tanz im Esszimmer zwischen den besagten, von Juan Carlos mühsam aufgeblasenen Ballons. Im großen Kreis im Wohnzimmer bildeten sich Grüppchen und manchmal wurde gesungen, sie hatten Gitarren, manchmal auch eine Harfe dabei, Schlag- und Rasselinstrumente hatten wir selber, Solisten schmetterten mit Kolumbien - 4Operngesten dazwischen, große Gelächter beendete die Sessions. Und durch die Glaswand schimmerte die Stadt.


 

 

 

Karneval gab es nicht in Bogota. Hier rannten sie zur Arbeit auch in der lustigen, überall in Südamerika gefeierten Zeit. Warum sie wohl immer rennen? Im Norden, an der Küste, da ist das anders. Da bewegen sich die Menschen schön langsam. Und feiern wenn sie können.

Auf meinem Tisch liegt eine Maske. Nur eine kleine. Es ist ein Stierkopf aus Holz, innen hohl und vorne bunt angemalt. Rote, gelbe, grüne und blaue Streifen ziehen sich vom Kopf auf die Schnauze zu. Den benutzt man im Karneval an der Küste. Nicht so klein, natürlich nicht. Auch Tigerköpfe. Gemacht werden die aus Pappmaché. Männer setzten sie sich auf den Kopf, verkleiden sich als Tiere und springen wie die Derwische damit rum. Das kannten wir aus dem Norden Brasiliens. Da heißt es “Bum-ba meo Boi”, hau meinen Ochsen und ist eine ganze Geschichte, die auf den Straßen gespielt wird. Den Boi, den Ochsen,  spielt ein junger Mann, auf dem Kopf die Maske mit Hörnern und Bändern, nacktem Oberkörper, Stoffkleid  mit langen Schwanz. Und dann gibt es noch den reichen Haciendeiro, dem die Farm und der Ochse gehört und die Doña Catarina, das ist die Frau des Gutsverwalters und die will die Zunge vom Ochsen. Capitão de Mato, ein dusseliger Dorfpolizist und der schusseliger Arzt vervollständigen die bekannten Honoratioren  in den kleinen Orten über die sie sich beim Karneval lustig machen. Und dann hupfen noch die Vaqueiros rum, die Cowboys und Banditen und ein Blasorchester spielt schrill und Indianer dürften auch nicht fehlen. Die Frage ist, kriegt die Frau Catarina nun ihre Ochsenzunge? Irgendwann plumpst der Ochse um und der schusselige Doktor soll ihn wieder lebendig machen. Es geht drunter und drüber und alles feiert und tanzt und singt und trinkt und manchmal geht die Geschichte auch ganz anders. Ähnlich wird es meinem Ochsenkopf auch im Norden von Kolumbien ergehen.

Ein anderer lustiger Karnevalsbrauch ist, die Leute mit Wasser voll zu schütten und mit Mehl zu bestreuen. Wassereimer werden in Busse entleert, Tüten Mehl hinterher, aus Fenstern fallen Wasserbomben auf Fußgänger, mit Schläuchen werden vorbeikommende, die nicht schnell genug rennen, durchnässt und alle lachen sich kaputt, Täter wie Opfer. Das kannten wir aus Ecuador, war uns in einem Andenort, 3000 m hoch und kalt passiert. Bei jeder Wasserattacke bekam man einen Schnaps, zur Hälfte durch die Stadt waren wir pitschnass und lustig wie die anderen. Auch dort waren Wasserbomben beliebt, um sie in Autos und Busse zu schmeißen.

Eine andere Art, nämlich Kartoffelbomben lernte ich in Bogota kennen. Studenten der Universität gaben sich als Stadtguerilla aus, provozierten die Staatsmacht, gefielen sich in Stärke beweisen und waren doch nur wirkungslose Plagiate ihrer tödlichen Vorbilder mit den hehren sozialen Zielen, mittlerweile abgestürzt in kriminelle Taten . Die Taktik der Stadtguerilla bestand darin, die große, viel befahren Straße vor der Universität zu räumen, Chaos bis zum Zusammenbruch des Verkehrs bis weit in die Innenstadt zu erzeugen. Schläge explodierender Bomben begleitet von einem infernalen Hupkonzert schreckten mich eines Vormittags im Büro auf, ein Block von der Universität entfernt. Sie räumen die Straße mit Kartoffelbomben, sagte Juan Carlos, bleiben sie hier, es ist gefährlich. Wie geht das? Kartoffel werden ausgehöhlt, Sprengstoff kommt rein und Alufolie drum herum. Das wollte ich sehen. Alle Türen der Universität waren geschlossen, wie eine Burg wirkte sie. In Abständen kamen vermummte Leute heraus, 6, 7,  8 in hohem Bogen flogen die Bomben auf die Straße, knallten wie Granaten. Im Nullkommanichts war die sechsspurige Fahrbahn leer. Und dann kontrollieren sie, schritten die Fahrbahn ab wie Sieger, und wenn sich ein Auto näherte oder wenn Zuschauer zu nahe kamen, warfen sie ihre Bomben in deren Richtung. Fensterscheiben klirrten und gingen zu Bruch, Menschen flohen wie wild. Die Typen sahen aus wie die Bösen aus dem Film “Starwars”. Dick ausgepolstert und eingemummt (falls ihre Bomben neben ihnen explodieren), hohe Dreieckskapuzen machten sie größer, und schwarze Masken verdecken die Gesichter. Sie erinnerten an den Tod. Eine Stunde hat es gedauert, ein Bus ging in Flammen auf, Autos wurden beschädigt, Menschen Gott sei Dank diesmal nicht. Dann kam die Polizei durch, die im Stau feststeckte. Sie zogen sich zurück in die Universität, traditionell Schutzgebiet, ohne richterlichen Befehl darf die Staatsmacht nicht hinein. Und eine Mauer von "normalen" Studenten bildete zusätzlich einen Schutzwall. Solidarität gegen den verhassten Staat mit jedem Kämpfer gegen ihn schlug durch. Dass einzig die Bevölkerung darunter litt schien minderrangig.

Da sehnte ich mich zurück zu den recht friedlichen Studentenmärschen in Deutschland.  

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Sunday, 4. april 2010 7 04 /04 /Apr. /2010 11:06

M schreibt:

Wenn ich an Bogota denke, fällt mir zuerst das „Colegio Aleman“, die Deutsche Schule ein, an der ich drei Jahre unterrichtet habe. Als ich mich bewarb, wurde ich gebeten, eine Probestunde zu halten, da ich ja seit Jahren keine Unterrichtserfahrung mehr hätte. Es sollte „DAF“ (Deutsch als Fremdsprache) sein, das Thema waren die Struktur „mir/ihr/ihm....tut/tun etwas weh“ und als Wortschatz Körperteile. Nett! Ich nahm meinen Plüschhund, klebte ihm ein Pflaster auf das Auge und schon ging es los. Die Kinder sagten, was ihm weh tat, klebten das Pflaster woanders hin und fragten ihre Freunde.....Es war ein Selbstläufer, sie sprachen und hatten Spaß und die beiden Beobachter, der Konrektor und die DAF-Chefin ebenfalls. Ich hatte den Job.

Kolumbien-Reinhold.jpgSchulfest mit Wasserbomben

Die Schule lag weit außerhalb der Stadt, ich musste morgens um kurz vor sechs mit dem Schulbus fahren und kam oft erst nach vier Uhr nachmittags nach Hause, aber es machte Spaß mit respektvollen, wissbegierigen und intelligenten Schülern zu arbeiten, mit freundlichen kolumbianischen und deutschen Kollegen in einem großzügig angelegten von Pferdekoppeln und Weiden umgebenen Gebäude zu sein, in der Einganshalle Tischtennis zu spielen, auf dem Sportgelände zu joggen und die Vorbereitungen und Korrekturen bereits im Lehrerzimmer zu erledigen, so dass ich kaum etwas mit nach Hause nehmen musste. Dazu die Klassengröße: 15 Schüler in meiner Klasse, und nirgends mehr als 20.

Ein auffälliger Schüler, aggressiv und unnahbar, wurde eines Tages aus dem Unterricht gerufen, seine Mutter müsse mit ihm sprechen. Er kam zurück, das Gesicht verweint, griff sich seine Schulsachen und weg war er: nach zwei Jahren war sein von der Guerrilla entführter Vater befreit worden!

Meine Lieblingsschülerin erschien eines Tages nicht mehr – ihre Familie war bedroht worden, sie hatten das Land bei Nacht und Nebel verlassen. Ohne noch einmal in ihre Wohnung zurück zu kehren, das wäre zu gefährlich gewesen.

Später, als ich Personalratsvorsitzende war, kam einiger Ärger auf mich zu, der elitäre Schulvorstand und der autoritäre Rektor verschlechterten zunehmend die Arbeitsbedingungen und erhöhten die Gebühren. Der Vorstand argumentierte, wer das Schulgeld (600 Dollar pro Monat und Kind) nicht bezahlen könne, brauchte keine Stipendien, denn damit würden nur Bedürfnisse geweckt, wer Abitur hätte, wollte hinterher auch studieren, und das könnten sich die Eltern dann sowieso nicht mehr leisten, da sei es doch besser, erst gar keine solche Schüler aufzunehmen. So wurden die Stipendien für die Kinder der Lehrer gestrichen, und einige Kolleginnen mussten daraufhin kündigen. Der Schulvorstand meinte, diese Lehrerinnen hätten sich eben einen reicheren Mann zum Heiraten aussuchen sollen.

Die Elternabende waren gut abzusichern: wir mussten über eine Autobahn außerhalb der Stadt, im Dunkeln! Wir fuhren zu fünft in einem Wagen, im Konvoi, damit niemand entführt oder überfallen werden konnte, an den Ampeln hatte die Beifahrerin ein Handy am Ohr und tat so, als ob sie telefonierte. Auch das war ein Schutz vor Überfällen.

Ein Klassenausflug der 7. Klassen: im Bus Schüler und Lehrer, davor und dahinter je ein PKW mit vier bewaffneten Personenschützern, die zuerst das Gelände an einem wunderschönen See absuchten, dann Entwarnung gaben damit wir aussteigen, Geländespiele machen und grillen konnten.

Noch nie im Leben und auch nie wieder danach hatte ich so freundliche, solidarische Kollegen, war der Umgang miteinander im Lehrerzimmer so herzlich. Kolumbien - 13Hatte jemand Geburtstag, spielten ihm die Kollegen in der Pause mit Gitarren und Schlagzeug ein Ständchen und es wurde gesungen und getanzt. Kolumbien ist eines der wenigen Länder, wo Großeltern, Eltern und Kinder nach der selben Musik tanzen: Salsa und Cumbia. Sie tanzen gern und gut und zu jeder Gelegenheit.

Die Menschen in Kolumbien haben es nicht verdient, dass es ihnen so schlecht geht. Sie sind traumatisiert und verängstigt, dabei wollen sie einfach nur in Frieden leben.

 

 

 

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Tuesday, 4. may 2010 2 04 /05 /Mai /2010 12:46

Kolumbien - 12FESWenn sie Gummistiefel anhaben sind sie Guerilleros, hatte mir Juan Carlos eingeschärft, mit Schnürschuhen Soldaten, an den Uniformen kannst man sie nicht auseinander halten, hatte er gesagt. Und was waren die dann in dem Lastwagen vor uns, voll von gummistiefel-beschuhten uniformierten, bewaffneten Männern? Juan Carlos, was ist das? Si Señor, si, druckste er, ich hab’s gesehen, ganz ruhig bleiben, wir haben nix bemerkt, ganz ruhig. Und war die Unruhe selbst. Mir war mulmig, die Straße die Anden hinunter war gut aber kurvenreich, überholen konnten wir nicht, was machen wir, wenn die anhalten? Nach einer viertel Stunde Herzklopfen bogen sie ab in den Wald am Berghang. Ja, sagte Juan Carlos, sie sind hier, tauchen auf, verschwinden, wie auf einer Ziehharmonika spielen sie ihr Lied und narren die Armee. Klar, auch den Offiziellen ist nicht zu trauen, die sind womöglich noch korrupter und gewalttätiger, man muss zusehen, beiden Parteien aus dem Wege zu gehen. Er erzählte von seinem Dorf wo die Guerilla plötzlich erschienen war, sich im nahen Bergwald einquartiert hatte, einen Jungen zum Krämer schickte mit einer Liste von Waren, die jeden Tag zu liefern waren, Bezahlung gegen Gutschein der wahrscheinlich nie eingelöst werden würde. Jeder wusste, sich weigern war zwecklos, ansonsten gab es Tote. Und so brachte der Junge mit seinem Mula Tag für Tag Lebensmittel in den Wald. Dann waren sie weg und das Militär kam, stellte den Krämer an die Wand, erschoss ihn weil er kollaboriert hatte.

591px-Rio Magdalena mapWir waren auf dem Weg nach Ibagué, Juan Carlos fuhr den Jeep, von Bogota ging es 1000 m den Berg hinunter in eine weite Hochebene, in der Mitte der mächtige Magdalena-Fluss, der langsam, träge-braun dahin rollt, hier schon enorm, auf seiner Reise an die Küste grandios werdend bis er sich ins Meer ergießt. Drüben, auf der anderen Flussseite führte die Straße wieder die West-Kordilleren hinauf.  Noch immer zwischen 2000 und 3000 m weit oben, kalt war es. Ibagué ist die Hauptstadt der Provinz Tollima, genannt nach dem riesigen Vulkan im Tal hinter der Stadt. Der Berg hat einen Sombrero-Hut aus Schnee und Wolken und ist momentan ruhig. Aber bei denen weiß man nie, ob sie nicht mal rotzen und kotzen wollen. Dann kannste laufen Señor,  sagte Juan Carlos!

Eine Kooperative mit 80 000 Mitglieder hatte uns kontaktiert, wollte unsere Hilfe. Der Höflichkeitsbesuch bei der Bürgermeisterin war nett, sie hat zugehört, ob sie unsere Projektphilosophie verstanden hat, konnte ich nicht raus kriegen. Das Mittagessen mit dem Präsidenten der Kooperative oben in dem Tal, unterhalb des Vulkans war harmonisch, mit einfachen Menschen komme ich besser zurecht. Am Nachmittag Projektbesuche. Unsere Berater halfen im ganzen Land ausgesuchten Gruppen von "Micros", Kleine- und Kleinstunternehmen, mit einem neuen Modell sowohl Produktion qualitativ und quantitativ als auch den  Absatz zu verbessern. Der Auftrag kam von  der Regierung, die eine neue, effizientere Förderungspolitik suchte, die alte war ziemlich wirkungslos geblieben. Kolumbien---KMIUnternehmerin7.jpgGut in Erinnerung ist mir eine Unternehmerin, die bereits ihren Betrieb reorganisiert und beachtliche Erfolge erzielte hatte. Frauen erwiesen sich wieder einmal als lernfähigere Zielgruppen, sie waren durchweg flexibler und zuverlässiger als ihre männliche Unternehmerkollegen.

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Wednesday, 5. may 2010 3 05 /05 /Mai /2010 10:49

Kolumbien - 15In Holzhütten übernachteten wir oben im Tal. Der Weg hinauf zum Fuß des Vulkans durch Flüsse und Bäche, über holprige Wege, an einfachen Siedlungen vorbei, Menschen bewegten sich langsam, schauten interessiert, Mulas wieherten, Hunde jagten die Autoreifen, eine andere Welt. Kolumbien - 8

 

Abends, auf dem Balkon, genoss ich die Ruhe. Wenn man aus Bogotá kam, war das eine Erleichterung. In der Hauptstadt hupt und schrillt und brummts den ganzen lieben langen Tag und oft nachts auch noch. Die Leute auf dem Campo - dem Bauernland - gehen mit den Hühnern schlafen und stehen so früh auf, dass sie den Hahn wecken. Das erinnert mich an eine Geschichte in Ecuador vor vielen, vielen Jahren. Wir mussten bei einer Bauernfamilie übernachtet, fernab von jeglicher Zivilisation, nur zu Fuß und per Mula zu erreichen. Um 19:00 oder 20:00 Uhr gehen sie  ins Bett. Das hat der Mann auch getan, die Frau wollte aber unbedingt, dass wir ihre Gruppe besuchen. Und da wollten sie tanzen. Es war aber keine Musik da. Ein junger Mann hat sein Pferd geholt und ist in die Dunkelheit geritten. Nach langer Zeit kam er mit 2 Schallplatten zurück. Wir waren müde, mussten aber bleiben, denn wenn Besuch kommt, dann ist das ein Anlass zum Feiern. Und Besuch kommt selten. Es war spät, als wir auf unser Stroh kamen. Und kaum hatten wir die Augen zugemacht, ging das Radio von dem Mann los. Sein Bett war nur eine Bretterwand von uns entfernt. Von 3:00 bis 4:00 in der Früh pflegte er Nachrichten aus der nächsten Stadt zu hören, wie die Preise für das Vieh standen, wer sein Schwein verkaufen und seine Pantoffel verloren hatte und solche wichtigen Sachen. Um 4:00 ist er aufgestanden, um 5:00 Uhr gab es Frühstück. Einen Teller mit Reis, Fleisch, Eiern, gebratenen Bananen und Kaffee. Das hat uns etwas munterer gemacht.

Genauso geht das hier auch, hat mir Juan Carlos erzählt. Nur, dass sie keinen Kaffee, sondern Schokolade zum Frühstück trinken.

Am nächsten Tag ging’s wieder zurück, die einen Kordilleren hinunter, die anderen hoch. Juan Carlos erzählte wie so oft von der Guerilla da drüben in den Bergen, die kein Militär bisher vertreiben konnte. Sie hätten auch eine gute Seite, sagte er, würden die Interessen der kleinen Leute gegen einen Staat vertreten, der die Reichen immer reicher mache. Schauen Sie, sagte er. Alle 50 Km eine Kontrollstelle, an der Gebühren zu zahlen sind. Und dann kam ein Mautposten schon nach 25 km. Aber da war kein Häuschen mehr und keine Schranke und kein Mensch zu sehen. Tja, Juan Carlos grinste, das hat die Guerilla weggesprengt. Sie haben gesagt, es wäre nicht gerecht, so kurz hintereinander Geld zu verlangen. Wumm-Dumm, war das Problem gelöst. So kann man auch mit kleinen Sachen, den Autofahrern Freude machen. Ach nee, trotzdem kann ich sie nicht leiden, die Guerillas. Auch sie bringen dauernd einfache Leute um.

Und dann kamen wir wieder nach Bogotá und alles wurde laut und hektisch und die Autos rumpelten und hupten und der Verkehr stand still weil alle zusammen und auf einmal auf die Kreuzung wollten und ich war froh, als M mir freudestrahlend die Tür aufmachte. Da war ich wieder zu Hause.

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Friday, 7. may 2010 5 07 /05 /Mai /2010 10:40

Bogota den 31. Juli 1998

 

Anden KolumbienFliegen gefiel mir nicht mehr. Aber nach Valledupar, am Rand der kolumbianischen Ost- Kordilleren, fast an der Küste, da kam man nur schwer mit dem Auto hin. Also musste ich fliegen. Das Flugzeug hüpfte und sprang durch die Luftlöcher und mein Seeelchen auch. Als wenn es sich lustig machen wollte über mich. Und dann dotzte die kleine Maschine auf, schlitterte ein wenig und wir waren da. Brüllende Hitze empfing uns. Der Ort liegt auf einer Hochebene mit Bergen rundherum. Ein alter Jeep wartete mit einem noch älteren Fahrer. Der machte ein unfreundliches Gesicht und fuhr auch so. Mit Vollgas ging es durch die Ebene, am liebsten links und wenn ein Fahrzeug entgegenkam, dann kurbelte er erst kurz davor scharf nach rechts.

 

Dann ging es in die Berge. Die asphaltierte Straße wurde immer schlechter, wurde zu einer kurvenreichen Sandpiste die unser Fahrer mit Karacho durchfuhr. Seine Hupe warnte meilenweit die Autos, Mulas und Leute auf dem Weg. Pueblo Bonito, der "hübsche Ort", war die erste Station. Hübsch war es da aber nicht. Am Eingang eine Militärkaserne, jungen Soldaten saßen auf der Mauer, hielten ihre Gewehre in die Gegend. Von uns wollten sie wissen, wohin und wozu und warum. Sie sind hierher versetzt worden, sagte unser Begleiter, der uns abgeholt hatte, sie haben Angst, die Guerilla sitzt in den Bergen. Wir brauchen keine Angst zu haben, uns tun sie nichts, weil sie für die armen Leute kämpfen, sagte er. Und Sie sind eingeladen, helfen uns, das weiß die Guerilla. Hoffentlich. Deren Methoden hatten sich verändert, Entführung als Einkommensquelle gehörte dazu.

 

KaffeebohnenZiel meines Besuches war die Kooperative. Mit unserem Projekt hatten wir sie an das TransFair-System angeschlossen, mit dem Kaffee ohne Zwischenhandel von den Kleinbauern nach Europa exportiert, professionell gebrannt und in Supermärkten verkauft wird. Er ist ein wenig teurer, aber die Mehrkosten sind garantierte Einnahmen der Kleinbauern, die ansonsten abhängig sind von Zwischenhändlern und schwankenden Markpreisen.

 

Die Bauern kamen mit ihren Mulas und zu Fuß aus den Bergen. Die meisten waren Indios, einige waren Colonos, Siedler. Die Indios hatten weiße Stoffumhänge an bis zu den Knien. geschnürt von einem breiten Gürtel aus dünnen Seilen. Manche hatten Cowboyhüte auf, manche Hüte wie halbe Kürbisse. Fast alle hatten lange Haare, Stofftaschen umgehängt, manche mehrere davon, die Machete an der Seite. In den Taschen hatten sie alles, was sie täglich brauchten. Schon die kleinen Kinder haben Taschen um und Macheten an der Seite. Kleine Macheten natürlich.

 

In der Versammlung haben sie uns viel erzählt. Indios erzählen Geschichten. Das war gut, da verstand ich viel mehr. Ich erzähle ja auch gerne Geschichten.

 

Da habe ich ihn kennen gelernt, den Häuptling. Er war nicht von dem Stamm der einheimischen Bauern, kam aus dem Süden des Landes. Klein war er, hatte ein Gesicht wie ein Frosch, kaute Blätter, die aus der dicken Unterlippe herausragten. Lange Zeit war er Chief aller Indios in Kolumbien, hatte die Welt bereist als ihr Vertreter, war in Deutschland und Australien, Dänemark, den USA und anderen Ländern gewesen. Vor 10 Jahren, als sein Stamm beschloss, auf den Kriegspfad zu gehen, war er dagegen. Er trat zurück, zog in den Norden, in die Berge an der Sierra Nevada, den schneebedeckten kolumbianischen Kordilleren. Und baute diese Kooperative auf mit seinem Wissen, dass Zusammenschluss wichtig ist. Gemeinsamkeit macht stark. Sein ehemaliges Volk ist dann doch nicht auf den Kriegspfad gezogen.

 

 

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