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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

In den Karpaten

16. Juli 2015 , Geschrieben von REinloft

In den Karpaten

Das waren jetzt drei Tage in den Karpaten mit Fahren, Fahren, Fahren, unterbrochen durch Essen, Trinken, Essen. Fisch mit Knoblauch und Polenta, zum Nachtisch Polenta mit Ziegenkäsesauresahnechreme, Besaufen (Palinka in Weingläsern, Wein und Bier), Schlafen, Frühstücken (köstliche Tomatenstücke, Fleisch, Ziegenkäse, Ziegenbutter, Eier, eingelegten Pilzen, Schinken, Lachsröllchen mit Frischkäse und Spinat und anderen Besonderheiten) und dann gings wieder los, rauf auf die Karpaten, runter, rauf, und am See gabs - was denn wohl: Essen. Es war gut, einiges verschwimmt, doch alles in einer friedlich-freundschaftlichen wohltuenden Atmosphäre.
Die Karpaten. Sie ziehen sich wie ein umgedrehtes L im östlichen Teil von Rumänien aus der Ukraine kommend von Norden nach Süden und biegen oberhalb Bukarest rechtwinklig nach Westen ab. Den nördlichen Teil der Karpaten haben wir durchquert. Einen berühmten Teil besonders: Transsilvanien. Da hat mich letztes Jahr Dracula ins Bein gebissen. Die Burg, wo wir auch diesmal waren, ist nicht die hinlänglich bekannte im Zuckerbäckerstil. Hier oben wollten sie auch ein wenig von seinem tragischen Ruhm und haben seinem Schöpfer ein Denkmal gesetzt und Touristen gruselige Gänge gegraben. Da greift er dann zu wenns am dunkelsten ist.

Oben auf den über 1000 m hohen Pässen herrliche Weitsichten. Tief eingeschnittene Täler und endlose, undurchdringliche Wälder über Berge und Täler hinweg erinnern entfernt an Schwarzwald. Nur wilder, unzugänglich. Nun ja, die Holzarbeiter kommen rein. Tag für Tag donnern große Laster mit Baumstämmen beladen die Serpentinen hinunter.

Mit zwei Autos waren wir unterwegs. Heute standen Klöster auf dem Programm. Immer wieder erstaunlich, wie viele Märtyrer die orthodoxe Kirche hat. Kirchenwände innen und außen sind voll von ihnen. Mit gruseligen Darstellungen ihres gewaltsamen Ablebens. Aber sie schreiten auch ganz realistisch die allemal vorkommende Himmelsleiter hinauf und daneben stürzen Sünder in glutrote Verdammnis. Weil die einfachen Leute nicht lesen konnten erklären plastische Bildergeschichten wichtige kirchliche Historie.

Jetzt sind wir wieder in Iasi im Hotel Moldovia. Die eine Gruppe ist weiter gefahren nach Bukarest- es waren alles Verwandte von Mircea auf der Hochzeit. Neue Freunde. Liliana und Mircea treffen wir am Freitag. Rumänisch essen und Palinka* trinken.

Für die dies nicht wissen: Palinka ist ein hausgemachter doppelt gebrannter Obstler

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